9.7.09

Geschlechterdiskriminierung

Habe gerade im Radio einen sehr interessanten Bericht gehört. Inspiriert von deutschen Klagen gegen die Wehrpflicht und Wehrgerechtigkeit hat ein koreanischer Professor von der Sungsil-Universität jetzt am Verfassungsgericht Klage eingereicht. Ein Professor von der Korea-Universität hingegen spricht strikt dagegen.
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Die genaue Formulierung der Verfassung habe ich jetzt nicht parat, aber dort heißt es, dass "Alle Bürger zur nationalen Verteidigung beitragen".
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Grundsätzlich würde ich dem Godae-Prof. zustimmen wollen, dass das Problem nicht der Passus der Verfassung ist, sondern die konkrete Umsetzung. Während Prof. Kim von der Godae dann aber argumentiert, dass Frauen bereits ihren Teil zur nationalen Verteidigung leisten würden, körperlich aber nicht in der Lage seien, den Militärdienst abzuleisten, sagt der Prof. von der Sungsil lustigerweise auch, dass es um "Relationen" gehen muss. Aber eben um die, dass Männer 2 Jahre ihres Lebens opfern und Frauen in ihrer Entscheidung viel freier sind.
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Daher will er durchsetzen, dass Frauen zumindest eine Art Zivildienst ableisten müssen und somit gleichmäßig beteiligt werden, was ich ja grundsätzlich nicht schlecht finde.
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In Korea sagt man ja, dass Frauen durchs Kinderkriegen ihren Dienst an anderer Stelle ableisten müssen, aber im Gegensatz zum Militär ist das Kinderkriegen meist eine freiwillige Entscheidung und nicht eine, bei der dir der Staat 2 Jahre deines Lebens klaut.
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Die einfachste Sache wäre natürlich die Abschaffung bzw. Reform des gesamten Militärdienst-Komplexes. Aber das zu fordern, so weit ist man dann wohl doch noch nicht. Wieder Mal ein klassisches Thema, bei dem ich in Korea anderer politischer Meinung bin als in Deutschland: Während ich es in Korea durchaus für nötig halte, die Bevölkerung militärisch ausgebildet zu halten, wenn auch ziviler, kontrollierter, kürzer und mit Ersatzdienst, so bin ich ja in Deutschland längst der Meinung, dass der Mist allgemein abgeschafft gehört. Das Kanonenfutter für Afghanistan kann sich bitte freiwillig an die Front melden und ansonsten ist die deutsche Bundeswehr ja auch nur eine Beschäftigungsstelle für Leute, die sonst nichts mit ihrer Jugend anzufangen haben.

Nordkorea greift an

Ja, aber auf andere Weise als man sich das bei Nordkorea vorstellt. Ausgerechnet die so gerne als "Steinzeit-Kommunisten" bezeichneten Nordkoreaner sind es, die nach Angaben der südkoreanischen Regierung seit Tagen versuchen Regierungsseiten und missliebige andere Seiten (z.B. die der konservativen Tageszeitung Chosun Ilbo) anzugreifen und lahmzulegen, was ihnen in einigen Fälle auch gelungen ist. Auch die Seite des Präsidialamts und des Geheimdienstes war betroffen.
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Es scheinen keine Dokumente verloren gegangen zu sein, aber es wirft doch ein unschönes Licht darauf, dass man so verwundbar ist. Interessant ist aber, dass solche Nachrichten im Westen weniger beachtet werden als "echte Raketen", dabei ist das doch wirklich Mal eine neue Entwicklung und ein konkreter Angriff wie man ihn in Zukunft öfter erleben wird. Manche gehen ja gar aus, dass in Zukunft Kriege am Computer entschieden werden.
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8.7.09

Eine Tür am U-Bahnhof

Eine Tür am U-Bahnhof. So ließe sich zusammenfassen, wo ich demnächst hausen werde. Leider leider war heute als ich nach tagelangem Zögern bereit gewesen wäre, den Vertrag für mein geliebtes maisonettartiges Studio zu machen, dieses bereits weg.
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Nachdem ich da schon wieder stundenlangen in der brütenden Hitze rumgetigert war und mich noch Mal selbst davon überzeugt hatte, dass ein Officetel in Sindang, quasi auf dem Markt, zwar 200.000 Won billiger wäre, aber ich da wirklich nicht allzu glücklich werden würde, hatte mich der Immobilienmakler dann so weit. Vorher hatte ich noch in Gwanghwamun was sehr Schoenes gesehen, da wo Undine jetzt einzieht. Und was extrem Schlimmes. Im dritten Stock einer Kirche, wo die Vermieterin in ihren dreckigen weissen Klamotten mich anstarrte und mich doch zum Essen mit den Pfarrern gleich dabehalten wollte. Ich sei doch Christ? Dies sei ein christliches Haus. Vor allem aber war das Haus ziemlich dreckig und heruntergekommen. Nein danke!
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Also wieder nach Gongdeok. Habe jetzt Kaution angezahlt und werde am 24. einziehen.
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Die Wohnung ist bedeutend kleiner als "die Wohnung", in die ich mich verliebt hatte. Anstatt insgesamt 59m² Wohnflaeche, sind es jetzt nur 33. Die Wohnung ist etwa 50.000 Won billiger als "die Wohnung" und liegt nicht zwischen den U-Bahnhöfen, sondern direkt an ihm. 10 Minuten yu KBS, 15 Minuten zur KTO und 30 Minuten zur Godae. Alles mit Direktverbindung ohne Umsteigen. Jeder der in Korea gelebt hat, weiss, dass eine solche Lage allein einen Mietrpeis von einem halben BIP eines afrikanischen Landes rechtfertigt - und wenn das ganze dann noch abschliessbar ist und fliessend Wasser, dann muss man schon beten voller Dankbarkeit. Im 6. Stock mit Ausblick auf das Lotte Hotel in Mapo und die restlichen Hochhäuser. Sehr schön.
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Größtes Argument für die Wohnung war zudem neben dem astreinen Zustand (neuestes Haus am Platze, sehr moderne Einbauten) vor allem, dass der Hauptwohnraum durch eine Schiebetür geteilt werden kann, sodass ich endlich Mal Schlaf- und Wohnbereich abtrennen kann. Werde also eine kleine Wohnküche mit Tisch und Fernseher haben und einen Schlafbereich mit den riesigen Einbaukleiderschränken und meinem Bett.
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Und dann heißt es jetzt weitersparen, bis ich die nächste Stufe erreiche: Die magischen 10.000.000 Kaution, ab denen einem das Himmelreich der Officetels ohne Begrenzung und zu vernünftigen Mieten offensteht. Halleluja.
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Also wieder nur ein Provisorium, aber eines, in dem es sich zur Abwechslung durchaus 1 Jahr leben lässt. Und inzwischen habe ich so viel Zeug, dass ich zum ersten Mal in Korea meinen Umzug nicht mit dem Auto von nem Kumpel machen lassen kann, sondern ein Umzugsunternehmen beauftrage: Das Geile an Korea: Für 30.000 Won extra packen die einem das ganze Zeug noch selbst ein. Man gibt denen quasi die Schlüssel für die Wohnung, die packen dann alles ein und wenn man abends nach hause kommt in die neue Wohnung, stzehen da die Kisten und die alte Wohnung ist besenrein. Aber im Endeffekt werd ich mich wohl doch für irgendeinen Amateur mit offener Ladefläche entscheiden, weil bei der Kaution und dem Mietpreis nicht mehr viel Spielraum in meinen Ersparnissen ist.
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6.7.09

Und wenn wir schon bei Medienschelte sind...

...dann muss ich leider auch noch die FAZ in die Pfanne hauen, obwohl ich deren Korea-Artikel bisher immer für recht fundiert gehalten habe.
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Auch die FAZ widmet sich jetzt dem Transformer in Seoul und Rem Koolhaas. Und da sind einige Details, die so nicht stimmen und nicht unwidersprochen bleiben sollten. Naja, eigentlich geht der Artikel mehr darum sich darüber zu ereifern, dass das Filmfest darin nicht richtig organisiert wurde und das Gebäude nicht beständig ist, worüber der Autor sich eigentlich freuen sollte, wenn es doch so schrecklich ist.
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Die paar Infos über Korea im Artikel erwecken auch kein nettes Bild: Da wird vom Gyeonghui-Palast als "dem Königspalast in Seoul" gesprochen und dann wenig später behauptet, er sei ein "Nachbau aus Beton". Ah ja, ist klar. Seoul hat nur einen Königspalast und der ist aus Beton. Könnte mir der Autor mal verraten, wie er darauf kommt, dass der Palast in der Hauptsache aus Beton besteht? Dass das Gebäude nicht alt ist, darauf kann man sich ja noch einigen. Aber passt natürlich allein nicht ins Bild von Seoul, in dem nichts beständig ist.
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Dass der Autor, der sich ansonsten sicher einige Tage lang auf Kosten von Prada durch das Land gefuttert hat - darum geht es ja bei solchen Events meist - ansonsten nicht vom Konzept begeistert war - seine Sache. Jedenfalls wird sehr deutlich, dass er weder Seoul noch den Transformer noch Herrn Koolhaas mag.
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SpiegelBlog

In guter Tradition des BildBlogs und in feindlicher Verbundenheit mit dem bösen SpiegelOnline, das mich nicht meine Tiraden über Korea veröffentlichen lässt, Mal ein sachdienlicher Hinweis als Mitarbeiter der KTO:
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In die folgende Meldung hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen:
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Im Artikel heißt es: In Südkorea gelten strenge Gesetze für Glücksspiele. Kangwon Land ist das einzige legale Casino des Landes.
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Stimmt nicht ganz. Kangwon Land ist das einzige legale Casino für Koreaner. Für ausländische Besucher betreibt die KTO die SevenLuck-Casinos, z.B. in Gangnam, am Hilton und in Busan. Insgesamt gibt es mehr als 15 Casinos in Korea.
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