Weiss nicht, von wem der Prof. es hat, aber der folgende Ausspruch gefällt mir sehr:
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"Ein Staat muss immer stark genug sein, sich gegen seine Feinde zu verteidigen, aber gleichzeitig immer so schwach bleiben, dass er seine Bürger nicht kontrollieren kann."
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25.11.09
Goethe hat die Schnauze voll
Tja, was soll man dazu sagen. Ein wohl laengst ueberfluessiger Schritt, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob es so gut ist. Zugang fuer Kader, Zugang zu deutschem Wissen und Kultur, wie beschraenkt auch immer, ist sicher gut.
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Andererseits kann man sich nicht auf der Nase rumtanzen lassen. Jede Kooperation hat ihre Grenzen. Trotzdem wieder Mal so eine Sache, bei der man keine richtige Entscheidung treffen kann.
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P.S.: Der Lesesaal in Pyongyang ist deutlich moderner und freundlicher eingerichtet als der in Seoul. Grins.
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Andererseits kann man sich nicht auf der Nase rumtanzen lassen. Jede Kooperation hat ihre Grenzen. Trotzdem wieder Mal so eine Sache, bei der man keine richtige Entscheidung treffen kann.
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P.S.: Der Lesesaal in Pyongyang ist deutlich moderner und freundlicher eingerichtet als der in Seoul. Grins.
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Label:
Deutschland,
Korea,
Kultur,
Nachrichten,
Nordkorea
23.11.09
Traditionelle Proteste
Ich glaub, was mich am meisten aufregt in Korea sind diese ritualisierten Proteste. Heute sollte der erste Tag des neuen KBS-Präsidenten werden. Er ist ein Kampagnen-Mitarbeiter aus Lee MBs Wahlkampagne und war schon einmal KBS-Chef.
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Aber wenn das irgendwas zu sagen hätte, dann wär es ja kein Ritual: Es kommt gar nicht auf den Präsidenten an. Weder auf den Staatspräsidenten noch auf den KBS-Präsidenten. Wie die Produzenten hier gelangweilt erzählen, passiert das bei jedem Präsidenten. Ob links oder rechts. Den Gewerkschaften kann man es halt nie Recht machen. Wobei dieses Jahr die Proteste wohl die kleinsten seit der Regierung Kim Young-sam gewesen sein sollen.
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Aber genauso stur lässt es der Kandidat auch immer auf eine Konfrontation an der Haupttür ankommen, um nicht als Drückeberger zu gelten, wenn er den Nebeneingang benutzt. Gleichzeitig ist er nicht so mutig, allein durchzugehen - würde er von den Gewerkschaftlern verletzt, würden sie jegliche Legitimation verlieren und unverzüglich festgenommen werden. Würde der Präsident also allein ins Gebäude gehen, wäre die Situation einfach zu beheben, da auch die Gewerkschaften eine solche Konfrontation wahrscheinlich scheuen würden.
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Und um dieses vermeintliche Gleichgewicht der Kräfte zu wahren, kommt es also alle 3 Jahre zur gleichen Aufstellung: In der Mitte der Kandidat mit den Bodyguards, drumherum die KBS-Sicherheitskräfte, da drumherum die Gewerkschafter, da drumherum die Medien und da drumherum dann die Schaulustigen.
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Der Präsident versucht es drei bis fünf Mal reinzukommen (ist bisschen wie beim Oktoberfest, wo es ja auch auf die Anzahl der Versuche beim Anzapfen ankommt), wird abgewiesen und wird schließlich doch irgendwie reinkommen.
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Ein Kommentator von der Gewerkschaft heizt die Leute ein, die die Polizei zurückdrängen, die Polizei kommt von vornherein nur in kleiner Mannschaftsstärke (sonst würde man ja gewinnen...). Es kommt zu keinen Festnahmen oder Konsequenzen, obwohl die Gewerkschafter sich illegalerweise vom Arbeitsplatz entfernt haben.
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Im Hintergrund sind so illustre Gruppen wie die "Vereinigte Volksunion für ein Vereintes Vaterland / Abteilung Süd" (ich denk mir das nicht aus: 조국통일범국민연합 / 남측본부) und verteilt Luxus-Kekse an die Gewerkschafter. Die Gewerkschaftsführer, die neben dem Kommentator stehen, trinken Starbucks-Kaffee und haben Heizstrahler, damit es nicht so kalt wird auf Dauer.
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Es kotzt mich einfach nur an, dass eine Gesellschaft ritualisierten Schwanzvergleich so zelebriert, auch wenn natürlich die Mehrheit der Menschen es einfach ignoriert und lächerlich findet.
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Update: Jetzt ist er doch drin. Die Gewerkschaft war grad Mittagessen. LOL. So ein Haufen von Deppen. Die gesamte Führungsetage von KBS, viele hochrangigen Produzenten haben sich an der Treppe postiert und eine Gasse gebildet, um ihn reinzulassen. Das nenne ich mal eine Machtdemonstration. Sowas hat es wohl noch nicht gegeben. Als die Gewerkschaftler dann anfingen auch auf den Vorstand loszugehen, brachte die Polizei den neuen Präsidenten geschickt rechts vorbei (keine ideologische Anspielung..lol) ins Gebäude. Wohl doch nicht ganz so ritualisiert wie wir angenommen haben.
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Aber die Gewerkschaftsführer waren auch viel zu beschäftigt in der Mittagspause bei Il Mare rumzuscherzen. Mit vollem Bauch revolutioniert es sich halt nicht so gut. Haette eh nicht mehr lange angehalten der Protest, man ist schliesslich im Basiscamp schon von Starbucks auf Ediya Coffee umgestiegen.
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Aber wenn das irgendwas zu sagen hätte, dann wär es ja kein Ritual: Es kommt gar nicht auf den Präsidenten an. Weder auf den Staatspräsidenten noch auf den KBS-Präsidenten. Wie die Produzenten hier gelangweilt erzählen, passiert das bei jedem Präsidenten. Ob links oder rechts. Den Gewerkschaften kann man es halt nie Recht machen. Wobei dieses Jahr die Proteste wohl die kleinsten seit der Regierung Kim Young-sam gewesen sein sollen.
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Aber genauso stur lässt es der Kandidat auch immer auf eine Konfrontation an der Haupttür ankommen, um nicht als Drückeberger zu gelten, wenn er den Nebeneingang benutzt. Gleichzeitig ist er nicht so mutig, allein durchzugehen - würde er von den Gewerkschaftlern verletzt, würden sie jegliche Legitimation verlieren und unverzüglich festgenommen werden. Würde der Präsident also allein ins Gebäude gehen, wäre die Situation einfach zu beheben, da auch die Gewerkschaften eine solche Konfrontation wahrscheinlich scheuen würden.
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Und um dieses vermeintliche Gleichgewicht der Kräfte zu wahren, kommt es also alle 3 Jahre zur gleichen Aufstellung: In der Mitte der Kandidat mit den Bodyguards, drumherum die KBS-Sicherheitskräfte, da drumherum die Gewerkschafter, da drumherum die Medien und da drumherum dann die Schaulustigen.
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Der Präsident versucht es drei bis fünf Mal reinzukommen (ist bisschen wie beim Oktoberfest, wo es ja auch auf die Anzahl der Versuche beim Anzapfen ankommt), wird abgewiesen und wird schließlich doch irgendwie reinkommen.
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Ein Kommentator von der Gewerkschaft heizt die Leute ein, die die Polizei zurückdrängen, die Polizei kommt von vornherein nur in kleiner Mannschaftsstärke (sonst würde man ja gewinnen...). Es kommt zu keinen Festnahmen oder Konsequenzen, obwohl die Gewerkschafter sich illegalerweise vom Arbeitsplatz entfernt haben.
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Im Hintergrund sind so illustre Gruppen wie die "Vereinigte Volksunion für ein Vereintes Vaterland / Abteilung Süd" (ich denk mir das nicht aus: 조국통일범국민연합 / 남측본부) und verteilt Luxus-Kekse an die Gewerkschafter. Die Gewerkschaftsführer, die neben dem Kommentator stehen, trinken Starbucks-Kaffee und haben Heizstrahler, damit es nicht so kalt wird auf Dauer.
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Es kotzt mich einfach nur an, dass eine Gesellschaft ritualisierten Schwanzvergleich so zelebriert, auch wenn natürlich die Mehrheit der Menschen es einfach ignoriert und lächerlich findet.
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Update: Jetzt ist er doch drin. Die Gewerkschaft war grad Mittagessen. LOL. So ein Haufen von Deppen. Die gesamte Führungsetage von KBS, viele hochrangigen Produzenten haben sich an der Treppe postiert und eine Gasse gebildet, um ihn reinzulassen. Das nenne ich mal eine Machtdemonstration. Sowas hat es wohl noch nicht gegeben. Als die Gewerkschaftler dann anfingen auch auf den Vorstand loszugehen, brachte die Polizei den neuen Präsidenten geschickt rechts vorbei (keine ideologische Anspielung..lol) ins Gebäude. Wohl doch nicht ganz so ritualisiert wie wir angenommen haben.
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Aber die Gewerkschaftsführer waren auch viel zu beschäftigt in der Mittagspause bei Il Mare rumzuscherzen. Mit vollem Bauch revolutioniert es sich halt nicht so gut. Haette eh nicht mehr lange angehalten der Protest, man ist schliesslich im Basiscamp schon von Starbucks auf Ediya Coffee umgestiegen.
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Gedanken,
Korea,
Nachrichten,
Politik
21.11.09
Offene Verkupplungsaktionen
Gestern hatte ich Mal wieder so ein Erlebnis der besonderen Art mit einer koreanischen Frau über 40. Die scheinen ja ganz gut bei meinen Lesern anzukommen und da die wirklich schreibenswerten Stories (Arbeit, Uni) nicht karrieretauglich sind, bleiben wir Mal beim privaten Small Talk.
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Ich also gestern Mittag essen bestellt, unbekannte Nummer ruft mich an, denke es ist der Lieferant. Denkste.
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Die Putzfrau aus Jirye, wo ich meinen Sommer verbracht habe. Die Putzfrau, die mich in einer betrunkenen Nacht ins 20 Kilometer entfernte Kreisstädtchen in eine komische Bar abgeschleppt hat, weil sie mal "raus wollte". Alles züchtig geblieben, aber seltsam ist es schon gewesen.
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Danach Funkstille. Einmal rief sie kurz an, um sich zu beschweren wie schlecht die Besitzer zu ihr sind. Ich hatte da ja eine Vermittlerrolle gespielt.
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Jetzt nach über 3 Monaten der erste Anruf. Nach den ersten Sekunden Small Talk kommt der Lieferant, ich sage ihr, sie solle dranbleiben. Als ich bezahlt habe, melde ich mich wieder. Dann geht es los.
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Frau S: Ach du isst allein?
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Jan: Ja. Wenn ich zuhause bin, esse ich allein.
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Frau S: Ist das nicht einsam, so ganz allein?
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Jan: Nein.
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Frau S: Arbeitest du eigentlich noch bei KBS?
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Jan: Ja, schon.
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Frau S: Meine Tochter, arbeitet ja bei EBS.
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Jan: Ja, ich weiß.
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Frau S: Aber so allein zu wohnen, ist doch bestimmt einsam. Du wohnst doch in einem recht großen Officetel oder?
.
Jan: Naja, es passt schon so allein.
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Frau S: Meine Tochter fühlt sich oft sehr einsam. Sie würde gerne mit jemandem zusammen wohnen. Sie hat sich ja neulich von ihrem Freund getrennt. Traurig. Meine Tochter will ja jetzt auch in die Graduate School. Sie wird mal fast so viel Geld verdienen wie du (lacht).
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Jan: Na das wäre ihr sicher zu gönnen. Welcher Bereich denn?
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Frau S: Naja, sie interessiert sich ja so für Kunst. Westliche Kunst. Sie mag alles Westliche.
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Jan: Aha, da gibts ja viele Möglichkeiten. Sind Sie eigentlich noch in Jirye?
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Frau S: Nein, aber in Andong. Aber meine Tochter ist ja in Seoul. Trefft euch doch Mal, dann ist sie nicht so allein. Sie hat sich ja gerade von ihrem Freund getrennt.
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Jan: Ja, wir können uns ja Mal zu dritt treffen, wenn Sie in Seoul sind.
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Frau S: Meine Tochter ist echt hübsch. Nicht so alt wie ich und wirklich elegant.
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Jan: Ach ja? Werde ich ja dann sehen.
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Frau S: Aber wann sollen wir uns denn treffen? Du bist bestimmt sehr beschäftigt? Trefft euch Mal zu zweit.
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Jan: Wird sich schon irgendwann Mal Zeit finden.
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Frau S: Ja also, ihr könnt ja erst einmal Freunde werden. Nur Freunde. Nicht falsch verstehen.
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Jan: Nein, ist schon klar. Ich hab eh keine Zeit für eine Freundin im Moment.
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Frau S: Das ist die richtige Einstellung, Frauen brauchen viel Zeit. Aber ihr habt ja so viele gemeinsame Interessen.
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Jan: ....?
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Frau S: Naja, soll ich ihr mal deine Nummer geben?
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Jan: Naja, wenn Sie möchten.
.
Frau S: Ja, weil ich hatte ihr ja schon Mal deine Nummer gegeben, aber da bist du nicht rangegangen.
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Jan: ...... (WHAT THE FUCK?!)
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Frau S: Naja, dann sehen wir uns im Februar in Andong, wenn ihr gute Freunde geworden seid. Ihr passt ganz toll zusammen. Und ihr habt so viel gemeinsam. Das muss einfach was werden. Und du hast ja gerade auch keine Freundin.
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Jan: Ja, machen Sie es gut. (Hallooo....Selbstgespraeche nicht mit mir fuehren, ich bin noch dran..)
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Huaeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeh?
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Ich also gestern Mittag essen bestellt, unbekannte Nummer ruft mich an, denke es ist der Lieferant. Denkste.
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Die Putzfrau aus Jirye, wo ich meinen Sommer verbracht habe. Die Putzfrau, die mich in einer betrunkenen Nacht ins 20 Kilometer entfernte Kreisstädtchen in eine komische Bar abgeschleppt hat, weil sie mal "raus wollte". Alles züchtig geblieben, aber seltsam ist es schon gewesen.
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Danach Funkstille. Einmal rief sie kurz an, um sich zu beschweren wie schlecht die Besitzer zu ihr sind. Ich hatte da ja eine Vermittlerrolle gespielt.
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Jetzt nach über 3 Monaten der erste Anruf. Nach den ersten Sekunden Small Talk kommt der Lieferant, ich sage ihr, sie solle dranbleiben. Als ich bezahlt habe, melde ich mich wieder. Dann geht es los.
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Frau S: Ach du isst allein?
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Jan: Ja. Wenn ich zuhause bin, esse ich allein.
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Frau S: Ist das nicht einsam, so ganz allein?
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Jan: Nein.
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Frau S: Arbeitest du eigentlich noch bei KBS?
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Jan: Ja, schon.
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Frau S: Meine Tochter, arbeitet ja bei EBS.
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Jan: Ja, ich weiß.
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Frau S: Aber so allein zu wohnen, ist doch bestimmt einsam. Du wohnst doch in einem recht großen Officetel oder?
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Jan: Naja, es passt schon so allein.
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Frau S: Meine Tochter fühlt sich oft sehr einsam. Sie würde gerne mit jemandem zusammen wohnen. Sie hat sich ja neulich von ihrem Freund getrennt. Traurig. Meine Tochter will ja jetzt auch in die Graduate School. Sie wird mal fast so viel Geld verdienen wie du (lacht).
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Jan: Na das wäre ihr sicher zu gönnen. Welcher Bereich denn?
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Frau S: Naja, sie interessiert sich ja so für Kunst. Westliche Kunst. Sie mag alles Westliche.
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Jan: Aha, da gibts ja viele Möglichkeiten. Sind Sie eigentlich noch in Jirye?
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Frau S: Nein, aber in Andong. Aber meine Tochter ist ja in Seoul. Trefft euch doch Mal, dann ist sie nicht so allein. Sie hat sich ja gerade von ihrem Freund getrennt.
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Jan: Ja, wir können uns ja Mal zu dritt treffen, wenn Sie in Seoul sind.
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Frau S: Meine Tochter ist echt hübsch. Nicht so alt wie ich und wirklich elegant.
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Jan: Ach ja? Werde ich ja dann sehen.
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Frau S: Aber wann sollen wir uns denn treffen? Du bist bestimmt sehr beschäftigt? Trefft euch Mal zu zweit.
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Jan: Wird sich schon irgendwann Mal Zeit finden.
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Frau S: Ja also, ihr könnt ja erst einmal Freunde werden. Nur Freunde. Nicht falsch verstehen.
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Jan: Nein, ist schon klar. Ich hab eh keine Zeit für eine Freundin im Moment.
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Frau S: Das ist die richtige Einstellung, Frauen brauchen viel Zeit. Aber ihr habt ja so viele gemeinsame Interessen.
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Jan: ....?
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Frau S: Naja, soll ich ihr mal deine Nummer geben?
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Jan: Naja, wenn Sie möchten.
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Frau S: Ja, weil ich hatte ihr ja schon Mal deine Nummer gegeben, aber da bist du nicht rangegangen.
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Jan: ...... (WHAT THE FUCK?!)
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Frau S: Naja, dann sehen wir uns im Februar in Andong, wenn ihr gute Freunde geworden seid. Ihr passt ganz toll zusammen. Und ihr habt so viel gemeinsam. Das muss einfach was werden. Und du hast ja gerade auch keine Freundin.
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Jan: Ja, machen Sie es gut. (Hallooo....Selbstgespraeche nicht mit mir fuehren, ich bin noch dran..)
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Huaeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeh?
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Label:
Erlebnisse,
Korea,
Kurioses
15.11.09
Anthropologischer Feldversuch
Anthropologischer Feldversuch zum Alkoholkonsum koreanischer Studenten in niedrigen Semestern anhand einer ausgewählten Population sogenannter Seogangdae-Studenten
..
Abstract
.
As we see in everyday life, Korean Society is built around little green bottles of liquor. It has to be assumed that this pattern of alcohol consumption is engraved in citizens at a very young age. In our field study we tried to verify that the age of iniation is the first year of one's B.A. studies. In order to prove this we did a field study on approximately 40 B.A. students of Seogang Universities' German Language Department.
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Einleitung
.
Saufen gehört zu Korea wie Kimchi auf die Pizza. Soll heißen; es ginge auch ohne, aber mit is irgendwie cooler. Diesem Motto scheinen insbesondere jüngere Koreaner nach den anstrengenden Jahren der Oberschule zu verfallen und sie verlassen sich auf die heilenden Kräfte einer Wunderdroge namens Soju, um ihre verlorene Jugend in kürzester Zeit, d.h. im Falle von Jungen, vor dem Einzug ins Militär, aufzuholen. Eine wichtige Methode, um dieses Phänomen zu untersuchen kann ein Feldversuch sein, bei dem wir erstmals praktische Erkenntnisse zum bisher nur theoretisch unter Ausländern diskutierten Phänomen zu finden hoffen.
.
Theoretischer Hintergrund
.
Koreanische Studenten verdienen sich Taschengeld für ihre Uni-Aktivitäten und Reisen, indem sie mehrmals im Jahr von einem Besitzer einer Kneipe diese für einen Abend leihen. Hierbei wir dem Besitzer ein fester Betrag gegeben. Dies hat den Vorteil, dass dieser Besitzer den Abend frei hat und trotzdem ein garantiertes Einkommen, das zwar unter dem normalen Erlös liegt, aber ohne jegliche Eigenarbeit zustande kommt (Park 2009).
.
Die Studenten hingegen arbeiten zusammen, machen ein eigenes Menü, helfen alle bei der Bedienung mit und machen natürlich auch Werbung unter Freunden und Bekannten, damit die Kneipe voll wird(Park 2009).
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Gleichzeitig ist zu beobachten, dass bei solchen Saufgelagen auch die Veranstalter sich die Kante geben und spätestens gegen 3 Uhr der normale Barbetrieb wegen Unfähigkeit sich zu bewegen flachfällt (Janowski 2009).
.
Hypothesen
.
1. Koreanische Studenten lassen insbesondere in den ersten Semestern ihre ganze verpasste Jugend raus und geben sich so richtig die Kante.
.
2. Es kann auch ein Kulturschock sein, wenn man von einer gesetzten Veranstaltung des Aussenministeriums in eine solche Trinkerhoelle kommt.
.
3. Ich bin zu alt für sowas.
.
Versuchsaufbau
.
Der Feldversuch wurde durch einen Haufen Studenten der Seogang-Universität, Fach Germanistik unterstützt, die für wissenschaftliche Zwecke eine Kneipe mieteten und mir und meinem Forschungsteam Einlass gewährten in die bisher vor Ausländern geheimgehaltene Welt koreanischer Zweitsemestler.
.
Um einen möglichst großen Kulturschock zu erzielen, setzte ich mich direkt nach Beendigung meines Vortrags im Außenministerium in ein Taxi, um ohne große Außeneinflüsse die Bar auf mich wirken zu lassen.
.
Gleichzeitig wurde mit verschiedenen alkoholischen Variablen experimentiert und meine Reaktion auf die Umgebung getestet.
.
Ergebnisse
.
Nach zwei Schnelltrinkwettbewerben fielen die ersten Hemmungen und vor der Tür stapelten sich die Trophäen (kleine grüne Fläschen), die in Kreisen des Seogang-Stamms als Zeichen von Männlichkeit gelten. Werden sie zunächst auf dem Tisch gesammelt (Einzelpotenzmarkierung), werden sie schließlich vor die Tür gestellt, um den vorbeiziehenden Gruppen zu zeigen, dass die hier trinkende Gruppe (Germanistik) richtig einen wegsaufen kann (Gruppenpotenzmarkierung).
.
Erste Annäherungen von Weibchen und Männchen fanden unter Augen der Stammesältesten statt und wurden mit rituellen Anfeuerungen ("Das hat Potential! Das hat Potential!") unterstützt. Das neutrale Wissenschaftsteam wurde bald in die Rituale eingeführt und aktiv beteiligt.
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Schwache Stammesmitglieder wurden von den Feiernden seperat auf Tische gelegt / an Tische gesetzt, um sich die Stimmung nicht verderben zu lassen. Allerdings wurde alle paar Minuten eine fachmännische Lebendkontrolle durchgeführt.
.
Als das Essen ausging und die Rabatt-Coupons ebenfalls zur Neige gingen, wurden die Hierarchiekämpfe intensiver und jeder versuchte sich einem Alpha-Männchen zu nähern, um den Zugang zum Heiligtum der Gruppe (großer Kühlschrank mit vielen grünen Fläschchen) oder dem Ersatz-Heiligtum (großer Zapfhahn) zu sichern.
.
Da ein Teil des Wissenschaftsteams sich inzwischen mit einem Stammesmitglied vergnügte, lag es am Versuchsleiter die Lage weiterhin neutral zu beobachten. Hierbei war insbesondere der Einfluss des Alkohols interessant und empfohl sich für weitere vertiefende Studien (Weschke 2009).
.
Als schließlich um kurz vor 3 Uhr ein Großteil des Stammes eingeschlafen oder in die Paarungshütten (Motel) weitergezogen waren, war es die Aufgabe des Versuchsleiter das Alphamännchen aufzuwecken und nach Hause zu bringen, während die wenigen noch halbnüchternden Arbeiterbienen versuchten die schlimmsten Spuren des Abends notdürftig zu beseitigen.
.
Diskussion
.
Hypothese 1 konnte vollends bestätigt werden und diese erste Feldstudie in der Geschichte der Koreanistik zeigt klare Zusammenhänge zwischen Besoffenheit und Semesterzahl. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Frauen allgemein länger durchhalten als die Männer, die sich meist schon früh abgeschossen hatten. Allgemein muss der Alkoholkonsum mit Sorge gesehen werden.
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Hypothese 2 konnte nur teilweise verifiziert werden. Im ersten Moment schien es noch nach einer klaren Bestätigung, doch der Kulturschock wurde durch zunehmenden Alkoholkonsum beseitigt.
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Hypothese 3 wurde wiederum vollends bestätigt. Geht gar nicht sowas. Nie wieder.
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Abstract
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As we see in everyday life, Korean Society is built around little green bottles of liquor. It has to be assumed that this pattern of alcohol consumption is engraved in citizens at a very young age. In our field study we tried to verify that the age of iniation is the first year of one's B.A. studies. In order to prove this we did a field study on approximately 40 B.A. students of Seogang Universities' German Language Department.
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Einleitung
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Saufen gehört zu Korea wie Kimchi auf die Pizza. Soll heißen; es ginge auch ohne, aber mit is irgendwie cooler. Diesem Motto scheinen insbesondere jüngere Koreaner nach den anstrengenden Jahren der Oberschule zu verfallen und sie verlassen sich auf die heilenden Kräfte einer Wunderdroge namens Soju, um ihre verlorene Jugend in kürzester Zeit, d.h. im Falle von Jungen, vor dem Einzug ins Militär, aufzuholen. Eine wichtige Methode, um dieses Phänomen zu untersuchen kann ein Feldversuch sein, bei dem wir erstmals praktische Erkenntnisse zum bisher nur theoretisch unter Ausländern diskutierten Phänomen zu finden hoffen.
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Theoretischer Hintergrund
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Koreanische Studenten verdienen sich Taschengeld für ihre Uni-Aktivitäten und Reisen, indem sie mehrmals im Jahr von einem Besitzer einer Kneipe diese für einen Abend leihen. Hierbei wir dem Besitzer ein fester Betrag gegeben. Dies hat den Vorteil, dass dieser Besitzer den Abend frei hat und trotzdem ein garantiertes Einkommen, das zwar unter dem normalen Erlös liegt, aber ohne jegliche Eigenarbeit zustande kommt (Park 2009).
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Die Studenten hingegen arbeiten zusammen, machen ein eigenes Menü, helfen alle bei der Bedienung mit und machen natürlich auch Werbung unter Freunden und Bekannten, damit die Kneipe voll wird(Park 2009).
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Gleichzeitig ist zu beobachten, dass bei solchen Saufgelagen auch die Veranstalter sich die Kante geben und spätestens gegen 3 Uhr der normale Barbetrieb wegen Unfähigkeit sich zu bewegen flachfällt (Janowski 2009).
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Hypothesen
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1. Koreanische Studenten lassen insbesondere in den ersten Semestern ihre ganze verpasste Jugend raus und geben sich so richtig die Kante.
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2. Es kann auch ein Kulturschock sein, wenn man von einer gesetzten Veranstaltung des Aussenministeriums in eine solche Trinkerhoelle kommt.
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3. Ich bin zu alt für sowas.
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Versuchsaufbau
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Der Feldversuch wurde durch einen Haufen Studenten der Seogang-Universität, Fach Germanistik unterstützt, die für wissenschaftliche Zwecke eine Kneipe mieteten und mir und meinem Forschungsteam Einlass gewährten in die bisher vor Ausländern geheimgehaltene Welt koreanischer Zweitsemestler.
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Um einen möglichst großen Kulturschock zu erzielen, setzte ich mich direkt nach Beendigung meines Vortrags im Außenministerium in ein Taxi, um ohne große Außeneinflüsse die Bar auf mich wirken zu lassen.
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Gleichzeitig wurde mit verschiedenen alkoholischen Variablen experimentiert und meine Reaktion auf die Umgebung getestet.
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Ergebnisse
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Nach zwei Schnelltrinkwettbewerben fielen die ersten Hemmungen und vor der Tür stapelten sich die Trophäen (kleine grüne Fläschen), die in Kreisen des Seogang-Stamms als Zeichen von Männlichkeit gelten. Werden sie zunächst auf dem Tisch gesammelt (Einzelpotenzmarkierung), werden sie schließlich vor die Tür gestellt, um den vorbeiziehenden Gruppen zu zeigen, dass die hier trinkende Gruppe (Germanistik) richtig einen wegsaufen kann (Gruppenpotenzmarkierung).
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Erste Annäherungen von Weibchen und Männchen fanden unter Augen der Stammesältesten statt und wurden mit rituellen Anfeuerungen ("Das hat Potential! Das hat Potential!") unterstützt. Das neutrale Wissenschaftsteam wurde bald in die Rituale eingeführt und aktiv beteiligt.
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Schwache Stammesmitglieder wurden von den Feiernden seperat auf Tische gelegt / an Tische gesetzt, um sich die Stimmung nicht verderben zu lassen. Allerdings wurde alle paar Minuten eine fachmännische Lebendkontrolle durchgeführt.
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Als das Essen ausging und die Rabatt-Coupons ebenfalls zur Neige gingen, wurden die Hierarchiekämpfe intensiver und jeder versuchte sich einem Alpha-Männchen zu nähern, um den Zugang zum Heiligtum der Gruppe (großer Kühlschrank mit vielen grünen Fläschchen) oder dem Ersatz-Heiligtum (großer Zapfhahn) zu sichern.
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Da ein Teil des Wissenschaftsteams sich inzwischen mit einem Stammesmitglied vergnügte, lag es am Versuchsleiter die Lage weiterhin neutral zu beobachten. Hierbei war insbesondere der Einfluss des Alkohols interessant und empfohl sich für weitere vertiefende Studien (Weschke 2009).
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Als schließlich um kurz vor 3 Uhr ein Großteil des Stammes eingeschlafen oder in die Paarungshütten (Motel) weitergezogen waren, war es die Aufgabe des Versuchsleiter das Alphamännchen aufzuwecken und nach Hause zu bringen, während die wenigen noch halbnüchternden Arbeiterbienen versuchten die schlimmsten Spuren des Abends notdürftig zu beseitigen.
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Diskussion
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Hypothese 1 konnte vollends bestätigt werden und diese erste Feldstudie in der Geschichte der Koreanistik zeigt klare Zusammenhänge zwischen Besoffenheit und Semesterzahl. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Frauen allgemein länger durchhalten als die Männer, die sich meist schon früh abgeschossen hatten. Allgemein muss der Alkoholkonsum mit Sorge gesehen werden.
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Hypothese 2 konnte nur teilweise verifiziert werden. Im ersten Moment schien es noch nach einer klaren Bestätigung, doch der Kulturschock wurde durch zunehmenden Alkoholkonsum beseitigt.
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Hypothese 3 wurde wiederum vollends bestätigt. Geht gar nicht sowas. Nie wieder.
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