Die kurze Geschichte: Meine Tasche wurde in Helsinki im Gepäcklager gefunden, offensichtlich unversehrt und sie wird am Samstag mit der regulären Maschine nach 3 Wochen nach Seoul geschickt, dann endlich an mich ausgehändigt. Sonstige Forderungen werden danach geklärt.
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Die lange Geschichte, die einen zum Nachdenken bringt:
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Auf den Flughäfen sind offensichtlich sehr vorurteilsbehaftete, engstirnige Personen beschäftigt. Zunächst wurde nach meiner Tasche mit einer Kurzliste gefahndet, die sich in etwa so liest: Unterhemden, verschiedene Aufladegeräte, ein paar Buecher, Hygieneartikel in schwarzer Sporttasche.
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Wie sich jetzt herausstellt, wurde diese Tasche auch schon kurz nach meinem Weiterflug angefunden und scheint auch durchaus ins Beschreibungsraster gefallen zu sein, doch dann gab es Hindernisse bei der Zuordnung. Zum ersten Mal sind mir meine Koreanischkenntnisse naemlich zum Verhaengnis geworden.
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Erst nachdem jetzt die Langliste kam, mit allen moeglichen Details (hat mich nen schoenen Nachmittag gekostet), wurde schliesslich von Helsinki nach Seoul weitergegeben, dass das jetzt ploetzlich doch meine Tasche sein koennte, vorher hatte man wohl schlicht ausgeschlossen, dass ich der Besitzer sei und dies Incheon nicht einmal mitgeteilt. Was war passiert?
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Erst meine genaue Beschreibung des Modelltyps einer meiner externen Festplatten gab den Leuten in Helsinki letzte Sicherheit. Bei der Kurzuntersuchung hatten die schlauen Herren naemlich neben besagter Festplatte aus meiner Tasche gezogen: Einen KTO-Kalender mit koreanischen Visitenkarten, voll koreanisch beschriftet. Uni-Unterlagen der KU, Hygieneartikel mit koreanischer Aufschrift und koreanische Buecher.
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Dann verglichen sie wohl den Namen. Deutsche Staatsangehoerigkeit noch dazu. Kann ja nicht sein. Also passierte nichts.
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Erst meine Festplatte ueberzeugte sie wohl, dass auch ein Deutscher koreanische Notizen fuehren kann und koreanische Buecher liest. Nachdem aus Incheon dann ein Foto von mir mit meiner Tasche geschickt wurde (Gott sei Dank hatte ich diese Idee!) und man den Herren in Helsinki bestaetigte, dass ich sehr gut Koreanisch spreche, war es dann klar und man forderte in Incheon die Herausgabe des Gepaeckstuecks mit dem Samstagsflug an, worauf Helsinki wohl auch froh war das Ding endlich wegzukriegen. Ob noch alles da drin ist oder ob ich der finnischen Unterschicht jetzt ein paar Souvenirs verschafft habe, mag ich noch nicht zu beurteilen, doch macht mich stutzig, dass mir der Zustaendige in Incheon nichts von meinen Ladegeraeten und Parfums erzaehlte, obwohl er sonst jeden Muell aufzaehlte, der bei der grossen Durchsuchung gefunden wurde.
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Jedenfalls kommt man in echte Identitaetskrisen, wenn es einfach als zu unwahrscheinlich abgestempelt wird, wer man ist.
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Irgendwie fuehlt man sich ganz tief im Bauch auch ungerecht behandelt. Ja, ich bin ein Freak, aber es gibt heutzutage doch viele solche Freaks, da kann man doch ein wenig offener durch die Welt gehen. Aber andererseits: Wuerde ich als ohnehin gestresster und unterbezahlter Flughafenmitarbeiter (gerade am Gepaeckband zudem oft nicht die nobelpreisverdaechtigsten Mitglieder einer Gesellschaft) bei einem Ivan Petrovski aus Muenchen davon ausgehen, dass er Fachliteratur auf Kisuaheli bei sich fuehrt?
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Mein Aerger haelt sich also in Grenzen, die Hoffnung ueberwiegt, dass jetzt alles und dazu noch heil ankommt. Stay tuned.
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11.1.10
Bleibe im Lande
Nach meinem jüngsten Flugerlebnis bleibe ich wohl wirklich für immer in Korea. Hat ausnahmsweise Mal nichts mit der Fluggesellschaft (Finnair) zu tun, wo ich zugegebenermaßen immer sehr hohe Hürden ansetze, sondern mit etwas, das passieren kann, aber doch nicht mir.
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Von den jährlich international verfrachteten Gepäckstücken im Linienverkehr kommen 99,7% richtig an. Von den übrigen 0,3% kommen dann 95% innerhalb der nächsten 5 Tage beim Besitzer an. Wenn dies nicht geschieht, ist mit Verlust zu rechnen und dann setzt sich die bürokratische Maschinerie in Gang.
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Heute ist der 4. Tag und die Angestellten am Flughafen in Incheon versuchten gar nicht erst mir noch Mut zu machen, sondern machten mich schon einmal mit dem Prozedere im Verlustfall vertraut.
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Wahrscheinlich bekomme ich für meine Tasche den Taschenpreis (Minus Abnutzung) und dann einen lächerlichen Pauschalpreis pro Kilo zugesprochen. Das wären dann etwa 400 Euro.
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400 Euro machen aber nicht gut, was ich verloren habe: Visitenkarten, Familienfotos, teure Fachbücher, alle meine Aufladegeräte (die Kamera ist damit endgültig nutzlos) und nicht zuletzt meine beiden externen Festplatten. Von Dingen wie Souvenirs für Kollegen und Freunde, Klamotten, Parfums, Rasierer u.Ä. gar nicht erst zu sprechen.
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Was ist die Konsequenz? Statistisch gesehen wird mir das bis zum Lebensende nicht mehr passieren, andererseits gibt es auch Leute, die 3 und mehr Mal vom Blitz getroffen werden. Und wenn ich mir mich so angucke, gehöre ich eher zu letzterer Kategorie Mensch.
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Habe ja nichts anderes zu tun als meine kurzen Ferien jetzt auch noch mit bürokratischem Kram zu vergeuden.
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Von den jährlich international verfrachteten Gepäckstücken im Linienverkehr kommen 99,7% richtig an. Von den übrigen 0,3% kommen dann 95% innerhalb der nächsten 5 Tage beim Besitzer an. Wenn dies nicht geschieht, ist mit Verlust zu rechnen und dann setzt sich die bürokratische Maschinerie in Gang.
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Heute ist der 4. Tag und die Angestellten am Flughafen in Incheon versuchten gar nicht erst mir noch Mut zu machen, sondern machten mich schon einmal mit dem Prozedere im Verlustfall vertraut.
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Wahrscheinlich bekomme ich für meine Tasche den Taschenpreis (Minus Abnutzung) und dann einen lächerlichen Pauschalpreis pro Kilo zugesprochen. Das wären dann etwa 400 Euro.
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400 Euro machen aber nicht gut, was ich verloren habe: Visitenkarten, Familienfotos, teure Fachbücher, alle meine Aufladegeräte (die Kamera ist damit endgültig nutzlos) und nicht zuletzt meine beiden externen Festplatten. Von Dingen wie Souvenirs für Kollegen und Freunde, Klamotten, Parfums, Rasierer u.Ä. gar nicht erst zu sprechen.
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Was ist die Konsequenz? Statistisch gesehen wird mir das bis zum Lebensende nicht mehr passieren, andererseits gibt es auch Leute, die 3 und mehr Mal vom Blitz getroffen werden. Und wenn ich mir mich so angucke, gehöre ich eher zu letzterer Kategorie Mensch.
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Habe ja nichts anderes zu tun als meine kurzen Ferien jetzt auch noch mit bürokratischem Kram zu vergeuden.
31.7.09
In Russland hat jemand was kapiert
Na endlich! Wurde ja auch Zeit.
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Also mal ehrlich: Mir isses egal, ob Olga und Yelena jetzt Größe 48 oder 58 tragen, aber als Stewardess muss man schon durch den Gang passen. Ich mein, ich als "Betroffener" bin sicher der letzte, der sich für Diskriminierung von Dicken einsetzt, aber ich würde mich mit meinen Maßen eben auch nicht als Bikini-Model bewerben.
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Was aber noch viel wichtiger ist, als die russischen Matronen gegen Models auszutauschen, wäre den Russinnen Mal allgemein einen Benimmkurs zu spendieren. Ich mein, egal wie billig der Flug auch sein mag, aber 10 Stunden lang in ständiger Angst leben zu müssen, von so einer hellblau-orangen Matrone das Wurstwasser ins Gesicht geknallt zu bekommen - das ist einfach nicht mehr zeitgemäß und funktioniert nur noch bei Fluggästen mit Mutterkomplex und masochistischen Neigungen.
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Also liebe Aeroflot: Olga abspecken lassen ist ja eine nette Idee, aber vielleicht verpasst ihr ihr dann auch gleich Mal ein Lächeln, Manieren, Englischkenntnisse und Deodorant.
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Also mal ehrlich: Mir isses egal, ob Olga und Yelena jetzt Größe 48 oder 58 tragen, aber als Stewardess muss man schon durch den Gang passen. Ich mein, ich als "Betroffener" bin sicher der letzte, der sich für Diskriminierung von Dicken einsetzt, aber ich würde mich mit meinen Maßen eben auch nicht als Bikini-Model bewerben.
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Was aber noch viel wichtiger ist, als die russischen Matronen gegen Models auszutauschen, wäre den Russinnen Mal allgemein einen Benimmkurs zu spendieren. Ich mein, egal wie billig der Flug auch sein mag, aber 10 Stunden lang in ständiger Angst leben zu müssen, von so einer hellblau-orangen Matrone das Wurstwasser ins Gesicht geknallt zu bekommen - das ist einfach nicht mehr zeitgemäß und funktioniert nur noch bei Fluggästen mit Mutterkomplex und masochistischen Neigungen.
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Also liebe Aeroflot: Olga abspecken lassen ist ja eine nette Idee, aber vielleicht verpasst ihr ihr dann auch gleich Mal ein Lächeln, Manieren, Englischkenntnisse und Deodorant.
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22.2.09
Aeroflot bleibt Schrott
Wie die meisten inzwischen mitbekommen haben duerften, hat es mich wieder in oestlichere Gefilde gezogen und seit nun mehr 8 Stunden befinde ich mich auf koreanischem Boden. Was mir da alles passiert ist, davon wird der naechste Beitrag handeln.
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Zuvor moechte ich mich noch einmal ueber den angeblich nicht mehr existenten Ostblock auskotzen. Fing alles schon in Schoenefeld wieder richtig an. Die Frau am Schalter war leider nicht in der Lage, das Visum richtig einzuordnen oder ihr Computerprogramm sagte ihr, dass mein Single Entry schon abgelaufen sei. Jedenfalls musste ich mein Gepaeck wieder vom Band nehmen und ich sah schon wieder den naechsten unfreiwilligen Zwischenstopp auf der Reise durch die Welten. Meine Mutter bedachte die Schalterbeamtin dann in ihrer unnachahmlichen Art noch mit ein paar Beschimpfungen, die dem 20-jaehrigen Jubilaeum der Einigung nicht unbedingt zur Zier gereichten und nachdem man uns stehen liess, kam der Oberoberschalterbeamte aus seinem Kabuff mit goennerhafter Miene und meinte gnaedig:
"Dann machen wir das Mal so, dass man auch mit Touristenvisum nach Korea kommt".
Worauf ich nur trocken erwiderte, dass "wir das nicht so machen", sondern, dass "das einfach so ist". Fuer einen internationalen Flughafen, der Mal Metropolenflughafen werden will, einfach nur ein Armutszeugnis. Die anderen mit dem gleichen Visum aus Koeln und Frankfurt losgeflogen, hatten keinerlei Probleme.
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Naja, noch besser wurde es dann als ich mich im Flughafenshop noch mit Zeugs eindeckte und mir die dortige Fachverkaeuferin unterstellte, ich haette eine Packung TicTacs unterschlagen. Was sie nicht gesehen hatte: Die waren ihr nach dem Kassieren wieder aus der Tuete gefallen. Jedenfalls addierte sie dann jede Packung und kam aufs gleiche Ergebnis wie sie eingetippt hatte. Oh Wunder! So musste ich also nicht wegen einer Packung TicTacs ins Gefaengnis und durfte ausreisen.
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Wobei sich der Schalterbeamte auch hier sehr lange mein Foto anschaute. Dann bemerkte er blitzscharf "Sie haben jetzt eine Brille auf". Das waren unglaubliche Denkleistungen so frueh am Morgen, doch ich hielt mich mit den Gratulationen zurueck und fluechtete dann ins Flugzeug.
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Im Flugzeug war dann die Ueberraschung gross: Geraeumige Sitze, ich hatte keine Sitznachbarn und das Flugzeug roch noch nach neu. Zwar auch wieder zu neu, doch ich war wohlgelaunt und wollte Aeroflot eine Chance geben. Dann hatte ich ein Deja-Vu. Die Klimaanlage vor einem, kein Entertainment, dafuer unfreundliche Waerter, die den Namen Steward(ess) nicht verdient haben. Von allen Seiten stiegen unterschiedliche Gerueche auf: Eine Gruppe vor mir trank auf Usbekistan, die Frau in der Reihe hinter mir zeigte allen ihre neuen Goldzaehne (komplette Reihe!).
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Das Abendessen, was wir dann vorgesetzt bekamen, war der Aeroflot-Standard: Ekliges Brot, eklige Wurst und ein Salat, der durch die gemeinsame Verpackung mit der Wurst in Wurstwasser schwimmt. Dazu sehr leckerer Zupfkuchen. Dieser Zupfkuchen sollte fuer die naechsten Stunden meine einzige Nahrung sein.
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In Moskau dann Ueberraschung: Zwar wurden wir wieder in alten BVG-Bussen (inklusive Schild "Notausstieg") durch die halbe Walachei geschleift, aber immerhin hielt sich die Sicherheitskontrolle dies Mal zurueck und so hatte ich fast eine halbe Stunde Aufenthalt bevor ich weiterkonnte. Also Rubel rollen lassen, einen Salat (ohne Wurstwasser!) und eine Cola gekauft, dann rollte der Rubel nicht mehr.
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An mir vorbei zogen dann die Stroeme von Koreanern in Richtung Gate, wo wir wieder mit anderen Bussen (noch aelter) herumkutschiert wurden, bis wir vor der Maschine standen. Typ "Laenger einbalsamiert als Lenin" und dann gab es Mal wieder Abendessen. Und welch Ueberraschung: Wurstwassersalat, pappiges Brot und Zupfkuchen!
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Trinken gab es wohl auch, nur habe ich auf den fast 9 Stunden Flug die Crew exakt 3 Mal gesehen, wobei sie mich einmal aufweckte, um mir mitzuteilen, dass die Fensterklappe oben bleiben muss (warum auch immer). Dass ich ausserhalb der Fuetterungszeiten ein Wasser haben wollte, galt schon als Ueberforderung, einen Stift? Hallo tickts noch? Und Russisch sprechen Sie auch nicht?
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Halb verdurstet, aber lebendig, kam ich dann in Seoul an. Das erste, was ich machte: Kontostand checken, Geld abholen, sich maechtiges Loch in den Bauch freuen, sofort zu Bon Bibimbap, ein lecker Nakji Bibimbab einschieben und beim FamilyMart 17Cha zu trinken geholt. Da war die Welt wieder in Ordnung.
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Aeroflot ist und bleibt selbst fuer diesen Preis noch eine Zumutung. Jetzt bleibt mir noch Finnair zu testen, von denen ich bisher nur Gutes gehoert habe.
Nun, da sich eine neue Fluggesellschaft dazu gesellt, sieht meine persoenliche Liste so aus:
Essen:
Asiana
Korean Air
Emirates/Lufthansa
Air France
Aeroflot
Service:
Asiana, Asiana und nochmals Asiana
Emirates
Korean Air
Lufthansa
Air France
Aeroflot
Verbindung:
Aeroflot
Asiana/Korean Air/ Lufthansa
Air France
Emirates
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Zuvor moechte ich mich noch einmal ueber den angeblich nicht mehr existenten Ostblock auskotzen. Fing alles schon in Schoenefeld wieder richtig an. Die Frau am Schalter war leider nicht in der Lage, das Visum richtig einzuordnen oder ihr Computerprogramm sagte ihr, dass mein Single Entry schon abgelaufen sei. Jedenfalls musste ich mein Gepaeck wieder vom Band nehmen und ich sah schon wieder den naechsten unfreiwilligen Zwischenstopp auf der Reise durch die Welten. Meine Mutter bedachte die Schalterbeamtin dann in ihrer unnachahmlichen Art noch mit ein paar Beschimpfungen, die dem 20-jaehrigen Jubilaeum der Einigung nicht unbedingt zur Zier gereichten und nachdem man uns stehen liess, kam der Oberoberschalterbeamte aus seinem Kabuff mit goennerhafter Miene und meinte gnaedig:
"Dann machen wir das Mal so, dass man auch mit Touristenvisum nach Korea kommt".
Worauf ich nur trocken erwiderte, dass "wir das nicht so machen", sondern, dass "das einfach so ist". Fuer einen internationalen Flughafen, der Mal Metropolenflughafen werden will, einfach nur ein Armutszeugnis. Die anderen mit dem gleichen Visum aus Koeln und Frankfurt losgeflogen, hatten keinerlei Probleme.
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Naja, noch besser wurde es dann als ich mich im Flughafenshop noch mit Zeugs eindeckte und mir die dortige Fachverkaeuferin unterstellte, ich haette eine Packung TicTacs unterschlagen. Was sie nicht gesehen hatte: Die waren ihr nach dem Kassieren wieder aus der Tuete gefallen. Jedenfalls addierte sie dann jede Packung und kam aufs gleiche Ergebnis wie sie eingetippt hatte. Oh Wunder! So musste ich also nicht wegen einer Packung TicTacs ins Gefaengnis und durfte ausreisen.
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Wobei sich der Schalterbeamte auch hier sehr lange mein Foto anschaute. Dann bemerkte er blitzscharf "Sie haben jetzt eine Brille auf". Das waren unglaubliche Denkleistungen so frueh am Morgen, doch ich hielt mich mit den Gratulationen zurueck und fluechtete dann ins Flugzeug.
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Im Flugzeug war dann die Ueberraschung gross: Geraeumige Sitze, ich hatte keine Sitznachbarn und das Flugzeug roch noch nach neu. Zwar auch wieder zu neu, doch ich war wohlgelaunt und wollte Aeroflot eine Chance geben. Dann hatte ich ein Deja-Vu. Die Klimaanlage vor einem, kein Entertainment, dafuer unfreundliche Waerter, die den Namen Steward(ess) nicht verdient haben. Von allen Seiten stiegen unterschiedliche Gerueche auf: Eine Gruppe vor mir trank auf Usbekistan, die Frau in der Reihe hinter mir zeigte allen ihre neuen Goldzaehne (komplette Reihe!).
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Das Abendessen, was wir dann vorgesetzt bekamen, war der Aeroflot-Standard: Ekliges Brot, eklige Wurst und ein Salat, der durch die gemeinsame Verpackung mit der Wurst in Wurstwasser schwimmt. Dazu sehr leckerer Zupfkuchen. Dieser Zupfkuchen sollte fuer die naechsten Stunden meine einzige Nahrung sein.
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In Moskau dann Ueberraschung: Zwar wurden wir wieder in alten BVG-Bussen (inklusive Schild "Notausstieg") durch die halbe Walachei geschleift, aber immerhin hielt sich die Sicherheitskontrolle dies Mal zurueck und so hatte ich fast eine halbe Stunde Aufenthalt bevor ich weiterkonnte. Also Rubel rollen lassen, einen Salat (ohne Wurstwasser!) und eine Cola gekauft, dann rollte der Rubel nicht mehr.
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An mir vorbei zogen dann die Stroeme von Koreanern in Richtung Gate, wo wir wieder mit anderen Bussen (noch aelter) herumkutschiert wurden, bis wir vor der Maschine standen. Typ "Laenger einbalsamiert als Lenin" und dann gab es Mal wieder Abendessen. Und welch Ueberraschung: Wurstwassersalat, pappiges Brot und Zupfkuchen!
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Trinken gab es wohl auch, nur habe ich auf den fast 9 Stunden Flug die Crew exakt 3 Mal gesehen, wobei sie mich einmal aufweckte, um mir mitzuteilen, dass die Fensterklappe oben bleiben muss (warum auch immer). Dass ich ausserhalb der Fuetterungszeiten ein Wasser haben wollte, galt schon als Ueberforderung, einen Stift? Hallo tickts noch? Und Russisch sprechen Sie auch nicht?
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Halb verdurstet, aber lebendig, kam ich dann in Seoul an. Das erste, was ich machte: Kontostand checken, Geld abholen, sich maechtiges Loch in den Bauch freuen, sofort zu Bon Bibimbap, ein lecker Nakji Bibimbab einschieben und beim FamilyMart 17Cha zu trinken geholt. Da war die Welt wieder in Ordnung.
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Aeroflot ist und bleibt selbst fuer diesen Preis noch eine Zumutung. Jetzt bleibt mir noch Finnair zu testen, von denen ich bisher nur Gutes gehoert habe.
Nun, da sich eine neue Fluggesellschaft dazu gesellt, sieht meine persoenliche Liste so aus:
Essen:
Asiana
Korean Air
Emirates/Lufthansa
Air France
Aeroflot
Service:
Asiana, Asiana und nochmals Asiana
Emirates
Korean Air
Lufthansa
Air France
Aeroflot
Verbindung:
Aeroflot
Asiana/Korean Air/ Lufthansa
Air France
Emirates
29.8.08
Ein paar Worte zur Lufthansa | 루프트한자에 대하여
Bevor ich über die gefühlt 5.000.000 neuen Dinge in Korea rede, die mir hier in knapp 28 Stunden begegnet sind, noch ein paar kurze Bemerkungen zum Flug, der mich wieder hergeflogen hat.
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Schon in Berlin traf ich auf dem Flughafen Martin und Sandra, die so lange ich denken kann, unsere Bibliothekarin im Institut war. Und dann saßen wir zufällig auch noch nur einen Platz auseinander. Nachdem ich im Chaos in Frankfurt fast den Flug verpasst hätte, weil ich noch mal kurz ausgecheckt habe, um Nico zu treffen, musste ich mich nach einer sportlichen Tour durch 2 Terminals (es hat schon Gründe, dass noch mal komplett umziehen, was sich als gut herausstellte.
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Im Flieger saß ich dann neben einem Deutschen, der sich nach ca. 3 Stunden als einer meiner 4 deutschen Kommilitonen herausstellte - und wir saßen auf dem schlechtesten Platz des ganzen Flugzeuges. Mittelgang, letzter Platz, sodass man die Rückenlehne nicht zurückstellen konnte und die Leute ständig vorbeikamen, weil sie aufs Klo wollten. Damit kommen wir auch schon zum besten Teil dieses Fluges: Der Flugzeugtyp war ganz neu und die Toiletten einen Stock tiefer, sodass das Gedrängel im Gang entfiel und aufgrund der Menge der Toiletten habe ich eine Alternative zum eingedrängten Schlafen im Aufrechtsitzen gefunden. Einfach mal ne halbe Stunde auf dem Klo einschließen. Die haben nämlich 6 sehr saubere Klos, etwa in der Größe meines jetzigen Zimmers und man kann ganz bequem mit dem Kopf auf der Waschbeckenablage eine Runde schlafen. Es waren die einzigen 30 Minuten des Flugs ^^;;
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Verpasst hat man auch nicht viel, denn das Entertainmentprogramm ist ein Witz. Wenn man Asiana oder Emirates kennt jedenfalls. 12 Filme (habe nur Kung Fu Panda geguckt ^^), 8 Dokus, ein paar Zeichentrickfilme. Damit kriegt man die Zeit nicht wirklich rum. Und mit Essen auch nicht, denn das, was uns da wieder vorgesetzt wurde, war teils wirklich unverdaulich.
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Das Abendessen war noch ganz in Ordnung, auch wenn die Auswahl nur auf dem Papier bestand und uns allen ohne Frage Bibimbab serviert wurde, dafür immerhin komplett mit Tüte Kimchi und Gochujang. Leider keine koreanischen Getränke dazu, wie man es gewohnt ist, aber zur Freude der Koreaner einige Sorten deutsches Bier, die dann auch ordentlich nachgefragt waren ;)
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Als ich zu meinem Bibimbab keine Stäbchen haben wollte, antwortete die Stewardess bemüht komisch, aber ziemlich unpassend: "Naja, bis morgen früh sollten Sie das mit den Stäbchen aber gelernt haben". Als ich entgegnen wollte, dass man Bibimbab nun mal nur mit Löffel isst, war sie auch schon wieder weg. Wie überhaupt der ganze Service in diesen unförmigen, blauen FDJ-Kitteln nur noch von dem von Air France untertroffen wurde und eher selten aufzufinden war. Und so klischeehaft deutsch es auch ist: Als nebenan einer seine Immigration Card abgeben wollte, sagte der Steward: "Was soll ich damit?" und ging weg. Nicht sehr freundlich einem Fluggast gegenüber.
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Das Frühstück bestand dann aus einem pappigen, harten Brötchen, einem Häufchen Rührei und undefinierbarer Paprika-Letscho-Pampe, die ich dann habe stehen lassen.
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Geschenktem Gaul guckt man nicht ins Maul, aber alles in allem hat mich das mal wieder nicht überzeugt und für meinen Weihnachtsflug nach Hause werde ich auf jeden Fall Finnair nehmen, da ich das ausprobieren möchte. Die Sache ist ja: Wenn es nicht viel kostet, sind mir die ganzen Details über die ich gerade geschrieben habe auch egal, schließlich muss ja immer jemand auf dem Arschkartenplatz sitzen. Aber für ein solch schwaches Gesamtpaket knapp 1000 Euro zu verlangen, das ist doch ein bisschen frech, auch wenn ich es nicht bezahlen musste.
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