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17.5.10

Buddha in Serie


Seit Freitag finden die Feiern zu Buddhas Geburtstag statt. Sonntag war der Hoehepunkt der oeffentlichen Feierlichkeiten mit der Lotoslaternenparade und der Feier unterm Bluetenregen. Der spirituelle Hoehepunkt ist aber erst Freitag mit den Feiern in allen Tempeln des Landes.

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Ich konnte Sonntag mal wieder Energie und gute Stimmung sammeln, die ganz schoen weit reichen wird. Auch das Wetter war dankbar; tagsüber richtig warm und sonnig, abends erfrischend.
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Ist witzig wie wenig man sich dort auskennt, wo man (mit) am meisten ist. Bin ja zwei Mal die Woche den ganzen Tag in Jonggak wegen der Arbeit. Aber nur 200 Meter weiter zeigt sich das Zentrum völlig verändert: Straßencafes, riesige neue Hochhaeuser noch im Bau, aber schon ein wunderbarer kleiner Platz eroeffnet. Superschoen.
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Insgesamt war es auch deutlich angenehmer, weil zwar die Feierlichkeiten das gleiche Ausmaß hatten, aber irgendwie weniger Besucher da waren als sonst. In den nächsten Tagen bis Freitag werde ich ein paar Fotos und Videos vom Sonntag hochladen, so als kleine Auflockerung zu den politischen Einträgen sonst.
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11.3.10

Beopjeong Seunim


Die große geistige Stütze der koreanischen Buddhisten, Beopjeong Seunim, ist heute an Lungenkrebs verstorben, im Alter von 77 Jahren.
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Beopjeong hätte ein Gegenpol zum katholischen geistigen Vater Kardinal Kim Su-hwan sein können, aber beide waren sich sehr einig in ihren Betrachtungen der Gesellschaft und des Lebens. Die beiden haben gelebt, worüber im Falle Koreas viel geredet wird: Versöhnung und Koexistenz, Betonung des Gemeinsamen anstatt sich darüber aufzuregen, dass christliche Fußballspieler sich nach einem Tor bekreuzigen oder Vertreter des buddhistischen Cheontae-Ordens bei Staatsbegräbnissen repräsentiert sind.
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Beopjeong war politisch, Beopjeong war so gesehen radikal, gerade in einer durch und durch materialistischen Gesellschaft wie der koreanischen, aber im Gegensatz zu den meisten Aktivisten hat er sein Leben auch nach seinen Prinzipien durchgezogen. Konsequent. So hart wie er gegen andere war, so hart war er gegen sich selbst. Es ist fast schon zu offensichtlich zu schreiben, dass das Fehlen seiner Einmischung, seiner Bücher und seines Vorbild nicht nur für den koreanischen Buddhismus, sondern für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung Folgen haben wird.
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Doch Beopjeong hat, auch wenn nun nichts mehr hinzukommt, bereits zu Lebzeiten eine große Menge von Essays, Gedichten und anderen Schriften veröffentlicht. Wer Koreanisch kann, dem seien "Musoyu" (Besitzlosigkeit), sein grundlegendes und bekanntestes Werk und "Areumdaun Mamuri" (salopp übersetzt "Würdiger Abgang" oder "Schöner Abschluss") empfohlen, eines seiner letzten geschriebenen Werke. Über das Werk "Besitzlosigkeit" hat Kardinal Kim Su-hwan einmal scherzhaft gesagt: "Man soll ja nichts besitzen, aber ausgerechnet dieses Buch möchte ich unbedingt besitzen."
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9.5.09

Buddhistische Reinigung


Allen Lesern noch einen nachträglichen Gruss vom Laternenfest in Seoul, das vor inzwischen 2 Wochen stattfand. An diesem Wochenende war ich ganz bewusst Hippie, habe im Bluetenregen Hand in Hand mit wildfremden Koreanern, Japanern und sonstwas für Leuten zu Meditationsmusik getanzt, mich anmalen lassen und aehnliche Dinge getan, die ich eher aus den Geschichtsbuechern von vermatschten Rockkonzerten kenne. Es war ein wunderbares Wochenende, das mich wieder einmal bestaerkt hat, dass ich fuer mich persoenlich im Buddhismus meinen Weg gefunden habe, wenn auch nicht im institutionalisierten Jogye-Orden.
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Seine eigene Philophie zu haben, das ist ja unheimlich modern. Sich etwas zu basteln. Doch so individualistisch bin ich nicht. Gemeinsame Symbole, Riten, Traditionen, gemeinsame Theorien zu haben, hat etwas sehr sehr Schönes, etwas sehr Mächtiges. Es birgt natürlich auch immer die Gefahr, dass man sich durch die Masse bestärkt fühlt und nicht mehr hinterfragt, doch die Vorteile eines gemeinsamen Konzeptes überwiegen diese Gefahren, zumal, wenn das Konzept an sich recht unanfällig für Massenverblendung ist, weil es ständige Hinterfragung jedes einzelnen verlangt.
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Aber meine Lehrgespraeche habe ich derzeit nicht mit einem ordentlich ordinierten Moench, sondern mit dem Besitzer der kleinen Reinigung im Nebenhaus, der nebenbei selbst Blut- und alte Kaffeeflecke herausbekommt wie kein zweiter. Allein dafuer sollte er schon dem Nirvana ein Stueckchen weiterkommen. Der Mann ist gefuehlte 170, sein Gebiss besteht eigentlich nur noch aus Goldzaehnchen, seine Statur passt drei Mal in die meinige - und sein Laecheln strahlt eine ganz besondere Waerme aus.
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War man gerade noch beim Kaffefleck, ist man schon bei dem, was Augen über Menschen sagen und schwirrt dann irgendwo in irgendeinem Sutra und den dazugehörigen Kommentaren rum. So als würde man gerade übers Wetter sprechen, ganz beiläufig. Ein kleiner Sonnenstrahl fällt in das Dickicht aus Anzughosen und Bettdecken. Ich sitze dann immer da, bei billigem Automatenkaffee und nicke brav. Am Ende einer solchen Sitzung hat der Mann sich sein bescheidenes Leben an meinen Hosen und Hemden verdient und ich komme nebenbei noch als geläuterter Mensch heraus. Faszinierend.
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