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10.3.10

Kühlschrank

Augenzeugenbericht Jang Bok-sun als sie 1987 ihren ersten Kühlschrank bekam:
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"Als ich meinen ersten Kühlschrank kaufte, ging ich ständig dran, um zu gucken, ob das Wasser wirklich kalt ist. Ich nahm dann einen Schluck. Und noch einen. Und immer mehr. Bis ich Bauchschmerzen hatte. Aber ich konnte nicht aufhören, also ging ich zurück. Ich trank noch mehr, weil ich so begeistert war. Und dann weinte ich, weil ich nie gedacht hätte, dass ich so etwas in meinem Leben noch erleben würde."
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Jang war 1951 mit dem letzten Zug aus Seoul geflohen, hatte ihre Familie zurücklassen müssen, weil in dem überladenen Zug nicht mehr genug Platz war und der Bahnhof bereits unter nordkoreanischem Beschuss lag. In Busan angekommen sammelte sie Rindenreste und Gräser aus dem Schlamm, um sich und ihre Kinder durchzubringen, was sie schaffte.
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Gott, was man hat man doch für kleine Sorgen in seinem Wohlstandsleben heute. Zum Beispiel, dass 80% der Leute durch die Master-Prüfung an der KU durchfallen. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

8.3.10

Ironie der Geschichte

Ich mag Geschichte, denn sie schreibt die schönsten Geschichten, die sich niemand so ausdenken könnte.
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Vor genau 100 Jahren kam ein Land im Osten des asiatischen Kontinents auf die Idee, es sei nicht mehr asiatisch, sondern westlich - überlegen also. Also führte es Krieg und machte sich die Völker untertan, die um das Inselreich lagen. Darunter auch ein Land, das seit Jahrhunderten von konfuzianischer Bürokratie beherrscht worden war.
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Die neuen Westler, 1,50m kleine Zwerge in westlichen Uniformen, hatten selbst erst vor wenigen Jahren die hohe Kunst der westlichen Bürokratie von Preußen und Amerikanern gelernt und zwangen sie nun den Kolonialvölkern auf.
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Und heute, 100 Jahre später, da exportiert Korea sein E-Government-Verwaltungssystem für eine horrende Summe an die japanische Regierung, weil die ehemalige High-Tech-Macht nicht mehr in der Lage ist, das selbst vernünftig zu produzieren. Auch ganz ohne nationalistische Töne muss man da schon einmal sehr breit grinsen. Das Spiel mit Aufstieg und Untergang, mit Trends und dem Verschlafen derselben, es ist eine der faszinierendensten Facetten der Sozialwissenschaften.
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Oder wie Heidi Klum bei "Project Runway" immer so schön sagt: One day you're in and the next day you're out. Und mit diesen philosophischen Worten verabschiede ich mich dann mal wieder in den Unterricht.
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