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14.7.09

Zwei Herzen, ach

Wie bereits geschrieben, habe ich mich jetzt notgedrungener Weise für das kleinere der beiden Officetels entschieden. "Klein" bedeutet immerhin noch fast drei Mal so groß wie mein Oneroom hier in Sillim und über die Lage müssen wir auch gar nicht mehr reden.
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Heute hab ich dann noch rausgefunden, dass Immobilienmakler echt fiese Möpps sind. Man versuchte mich ja echt mit dem Fitness zu locken, dass das im Preis schon drin sei bei dem einen, gegen das ich mich entschieden habe. Jetzt habe ich von dem Makler in meinem Haus erfahren, dass in fast allen Officetels ein Fitnessstudio im Keller ist, in dem Hausbewohner für einen Spottpreis (in meinem Fall nicht Mal 20 Euro) rund um die Uhr trainieren können. So viel zur koreanischen "Sangsul", der Verkaufskunst, auf die man auch als Diplom-Koreaner noch öfter mal reinfällt.
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Dann wurde mir heute noch mitgeteilt, dass ich einen eigenen Parkplatz in der Tiefgarage kostenlos bekomme. Über ein anderes Forum habe ich wiederum rausgefunden, dass es tatsächlich Leute gibt, die ihre Parkplätze weitervermieten an Leute aus der Umgebung, die keine Lust haben, ihre Autos oder Motorräder auf der Straße zu parken. Mal schauen, vielleicht wird das ja ne lukrative Nebeneinnahme. Grins.
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Und dann war ich heute im strömenden Regen endlich bei dem "Antiquitätenhändler" hier in Sillim. Neben echten Antiquitäten verkauft er auch sehr gute Imitate. Jedes Mal, wenn ich an dem kleinen "Gumong Gage" (Lochladen, d.h. superklein) vorbeiging, haderte ich mit mir selbst. Eigentlich muss ich für die Kaution sparen. Eigentlich ist es Unsinn.
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Naja, Unsinn mag es sein. Aber ein Unsinn, der verdammt geil aussieht: Darf ich vorstellen, mein neuer Nachttisch für den "koreanischen" Teil meiner neuen Wohnung. Über den Preis spricht man nicht, aber die heutige Nachhilfe und das Tischchen war schon wieder drin.
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Habe mir nämlich überlegt, dass ich den Schlaf- und Lernbereich hinter der Schiebetür koreanisch einrichte, mit niedrigen Möbeln, möglichst traditionell, da ich ja sowieso auf dem Boden schlafe. Der vordere Teil mit Küche wird zur modernen deutschen Wohnküche mit großem Esstisch, Fernseher und hohen Bücherregalen. Wenn ich Anfang August noch nicht verhungert bin, wird geshoppt. Dann setze ich endlich um, was in jedem guten Auswanderführer steht: Selbst wenn es nur für ein paar Monate ist - richten Sie sich vollständig ein, nach Ihren Wünschen und in Ihrem Stil.
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Noch neun Tage bis zum Umzug
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19.6.09

Wir sind Samsung

Nachdem wir beide an der Godae waren heute (Undine macht noch einen vorbereitenden Sprachkurs bis der Master auch bei ihr beginnt), sind wir nach Gangnam gefahren und haben uns die neue Samsung-Zentrale angeschaut. Die Mall ist einfach nur der Hammer. Alles hypermodern, weitläufig und schöne Cafes und Restaurants. Am besten war aber das Samsung Electronics PR-Center, wo man die neuesten Produkte von Samsung ausprobieren kann.
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Ich möchte reich sein, ganz reich. Ich finde es total fies in unserer heutigen Zeit zu leben, aber trotzdem zuhause einen Fernseher zu haben, der obwohl er nur 3 Jahre alt, schon wieder aussieht als wäre er vor 4000 Jahren von ägyptischen Pyramidenbauern nebenbei geschnitzt worden.
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Die Zeit, in der die Schauspieler bei uns im Wohnzimmer den Spielfilm machen, ist nicht mehr fern. So stechend scharf und die Soundsysteme dazu. Hab mich vor allem in die Boxen verliebt, die sehen so geil aus. Argh.
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Naja und dann natürlich allerlei Spielereien, wie das in Korea so ist. Fernseher, die erkennen, wer vor ihnen sitzt, die erkennen wieviele vor ihnen sitzen und das Bild so ausrichten oder auch einfach Mal Fotos schießen.
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Im Erdgeschoss gab es dann ein Event, wo man Fotos mit einer neuen Kamera schießen konnte. Diese Kamera macht den Selbstauslöser, wenn die Gesichter, die sie automatisch erkennt und fokussiert, anfangen zu lachen. Unglaublich faszinierend. Und man sah uns beiden heute an wie glücklich wir waren:
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. Und noch ein paar Samsung-Experimente. Wer Lust hat, kann uns beide heute noch den ganzen Tag auf der 16 Meter hohen LED-Wand in der Lobby der Samsung-Zentrale sehen. Hihi.
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10.11.08

Unter Strom | 감전주의

Zu den ganz großen Freuden des Lebens in Korea gehört auch die Erfindung des Boardgame-Cafes. Erst gestern, wohlgemerkt nach fast 3 Monaten Leben in Samseong-dong, habe ich rausgefunden, dass es in der COEX ein solches Cafe gibt.
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Boardgame Cafe ist genau das, was das Wort verheißen lässt: Die Verlagerung des Familienspiels in ein Cafe mit Getränken und kleinen Snacks gegen Aufpreis und nicht zuletzt der Vorteil aus über 200 Spielen auswählen zu können. Die Angestellten erklären die Spiele und geben Hilfestellungen oder lassen einen ganz einfach in Ruhe, wenn man das möchte.
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Während die meisten Spiele harmlos sind, war ich heute mit Leonie noch Mal da und nach einem richtigen Spiel probierten wir das neue Special des Hauses aus: Ein unscheinbares, rotes Gerät mit einem Drücker, der wiederum verbunden ist mit einer roten Scheibe, die ein Lied abspielt, wenn man draufdrückt.
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Ziel des Spiels ist einfach: Wer als erstes auf seinen Drücker drückt, wenn das Lied aufhört, hat gewonnen.
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Der Verlierer hingegen - und hier kommt das koreanische Element - erhält einen Stromschlag durch die Metalloberfläche des Drückers, und zwar einen Schlag, der sich gewaschen hat. Nach 10 Minuten wird die Hand dann langsam taub und irgendwann wird sie sich wahrscheinlich auflösen, aber vorher sagt einem der Verstand, dass es nun wohl langsam besser wäre, aufzuhören.
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30.9.08

Correa | 꼬레야

Heute ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass es zwei Länder gibt, die Korea heißen, aber ein weiteres von Correa regiert wird. Ecuadors Präsident heißt so und hat sich in schöner sozialistischer Manier neulich ein bisschen Macht vom Volk geben lassen. Freiwillig und demokratisch natürlich.
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Wer mir jetzt eine Theorie liefert, nach der der Name den historischen und kulturellen Anspruch Koreas auf Dokdo erklärt, der kriegt einen frischen Sangju-Apfel, den ich heute im Supermarkt erstehen konnte.
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Alternativ wäre noch eine Theorie drin, dass der ewig strahlende Glanz des Großen Führers Kim Il-sungs so weit reicht, dass sich fremde Staatsoberhäupter noch heute in Respekt umbennen. Oh nein, das klingt zu wahrscheinlich, gleich mal googlen.
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30.8.08

Krispy Unser | 크리스피 주님의 기도

















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Krispy Unser
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Krispy unser, den es auch gibt bei Sky-Unis,
schmackhaft ist dein Name,
in deine Filialen komme ich,
wie in Sinchon, so in Geondae,
unseren täglichen Green Tea Filled gib uns heute,
und vergib' Dunkin Donuts, wie auch wir vergeben diesen pappigen Brötchenbäckern,
und führe uns immer aufs neue in Versuchung,
damit wir von Dunkin erlöst werden.
Denn dein ist der Green Tea Filled und der Orange Tango und der Heavenly Peach -
zumindest bis sie bezahlt sind.
Amen.
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