Kanns sein, dass Mother jetzt endlich nach anderthalb Jahren auch in den deutschen Kinos ist oder zumindest auf DVD draussen?
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Aspekte hat diese Woche einen laengeren Beitrag zum Film im Programm. Ich habe eine neue alternative Aussprache fuer "Joon" gelernt, die ich in 10 Jahren Koreanisch noch nie vorgesetzt bekommen habe, allein dafuer hat sich der Beitrag gelohnt. Aber im Ernst: Ganz gut erzaehlt und behutsam an die 'wahre Geschichte' des Films herangefuehrt, die dann ja jeder selbst rausfinden muss.
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Film ist absolut sehenswert. Den aehnlich gearteten Si (bzw. Poetry), den ich hier so gelobt hatte und der ja bekanntlich ebenfalls hoch dekoriert wurde in Cannes fand ich eher enttaeuschend, jetzt wo ich ihn mir endlich mal angeschaut habe.
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Update: Und ein sehr gutes Interview im Spiegel mit dem Regisseur.
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6.8.10
23.5.10
Korea kann Cannes
7 verschiedene Auszeichnungen in den letzten 8 Jahren Cannes, das ist die Bilanz des koreanischen Kinos. Poetische Filme, brutale Filme, verzweifelte Filme, witzige Filme. Alle Filme sind von den Themen und Herangehensweisen unterschiedlich, aber sie alle konnten ueberzeugen.
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Ich moechte nicht an die einfache und oft vorgebrachte Theorie glauben, dass Korea so erfolgreich ist, weil die Gesellschaft so kaputt ist, dass die Themen quasi auf der Strasse liegen. Es gehoeren gute Regisseure mit einem eigenen Blickwinkel, eine gute Umsetzung im Drehbuch und nicht zuletzt ueberzeugende Schauspieler dazu.
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Und wenn wie diesmal Tim Burton die Jury anfuehrt offensichtlich auch ein paar Zombie-Affengeister im Dschungel wie beim Gewinner der Goldenen Palme.
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Die Frage bleibt aber durchaus: Warum schafft das koreanische Kino die Kritikerherzen weltweit zu erobern, waehrend die koreanische Literatur weiterhin ein Schattendasein fuehrt? Sind etwa tatsaechlich "wir Uebersetzer" dran schuld?
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Ich moechte nicht an die einfache und oft vorgebrachte Theorie glauben, dass Korea so erfolgreich ist, weil die Gesellschaft so kaputt ist, dass die Themen quasi auf der Strasse liegen. Es gehoeren gute Regisseure mit einem eigenen Blickwinkel, eine gute Umsetzung im Drehbuch und nicht zuletzt ueberzeugende Schauspieler dazu.
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Und wenn wie diesmal Tim Burton die Jury anfuehrt offensichtlich auch ein paar Zombie-Affengeister im Dschungel wie beim Gewinner der Goldenen Palme.
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Die Frage bleibt aber durchaus: Warum schafft das koreanische Kino die Kritikerherzen weltweit zu erobern, waehrend die koreanische Literatur weiterhin ein Schattendasein fuehrt? Sind etwa tatsaechlich "wir Uebersetzer" dran schuld?
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21.5.10
Die Poesie von Cannes
Cannes ist ein gutes Pflaster für Korea. Verschiedene Medien berichten, der eine der beiden koreanischen Wettbewerbsbeiträge - und zwar nicht der favorisierte "Hanyeo", sondern "Si" liege gut im Rennen um die begehrten Preise. Sowohl der Film selbst als auch der Regisseur als auch die weibliche Hauptdarstellerin sind im Rennen um die Preise vorne mit dabei. Laut Filmkritikern gilt es als fast sicher, dass "Si" zumindest einen der Preise gewinnt.
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Ich habe "Si" noch nicht gesehen, ebenso wenig wie "Hanyeo", aber der Trailer ist schon so berührend, dass ich mir den Film gleich morgen abend anschauen gehen werde. Es ist so eine einfache Geschichte: Alte Frau geht aufs Land, lernt den Sinn des Lebens durch Gedichte kennen und muss einen Schicksalsschlag verkraften. Dabei sind es gerade diese "bbeonhan yaegi", also die ausgelutschten Geschichten und Themen, die so schwierig zu erzählen sind, die aber ein Aha-Erlebnis auslösen, wenn man einen neuen Blick auf so ein Thema schafft. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, sowohl auf den Film selbst als auch auf die Verkündung aus Cannes.
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Update Samstag Abend: Habe es natürlich doch nicht ins Kino geschafft. Danke schön liebes Studium, ich hab dich sehr sehr lieb. Dafür habe ich entdeckt, dass der FAZ der Film offensichtlich gut gefallen hat. Als einer von nur zwei Filmen überhaupt im Wettbewerb.
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Update Sonntag: Ueberraschungssieger aus Korea in der Rubrik "Un Certain Regard", der wichtigste Preis ausserhalb des Hauptwettbewerb. Hahaha von Hong Sang-su.
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Update Sonntag Abend: Wie verschiedene Medien uebereinstimmend berichten, wurde das gesamte Team von "Si" gebeten bis zum Abend wieder in Cannes zu sein, um an der Abschlussfeier teilzunehmen. Dies ist gewoehnlich eine Mitteilung, die man nur an die Preistraeger macht. Bleibt die Frage, welcher der Preise es wird.
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Ich habe "Si" noch nicht gesehen, ebenso wenig wie "Hanyeo", aber der Trailer ist schon so berührend, dass ich mir den Film gleich morgen abend anschauen gehen werde. Es ist so eine einfache Geschichte: Alte Frau geht aufs Land, lernt den Sinn des Lebens durch Gedichte kennen und muss einen Schicksalsschlag verkraften. Dabei sind es gerade diese "bbeonhan yaegi", also die ausgelutschten Geschichten und Themen, die so schwierig zu erzählen sind, die aber ein Aha-Erlebnis auslösen, wenn man einen neuen Blick auf so ein Thema schafft. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, sowohl auf den Film selbst als auch auf die Verkündung aus Cannes.
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Update Samstag Abend: Habe es natürlich doch nicht ins Kino geschafft. Danke schön liebes Studium, ich hab dich sehr sehr lieb. Dafür habe ich entdeckt, dass der FAZ der Film offensichtlich gut gefallen hat. Als einer von nur zwei Filmen überhaupt im Wettbewerb.
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Update Sonntag: Ueberraschungssieger aus Korea in der Rubrik "Un Certain Regard", der wichtigste Preis ausserhalb des Hauptwettbewerb. Hahaha von Hong Sang-su.
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Update Sonntag Abend: Wie verschiedene Medien uebereinstimmend berichten, wurde das gesamte Team von "Si" gebeten bis zum Abend wieder in Cannes zu sein, um an der Abschlussfeier teilzunehmen. Dies ist gewoehnlich eine Mitteilung, die man nur an die Preistraeger macht. Bleibt die Frage, welcher der Preise es wird.
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31.7.09
Videokritik der FAZ zu TGTBTW
The Good, The Bad, The Weird ist ohne Frage einer der besten koreanischen Filme der letzten Jahre, lustig, spannend, genial gemacht. Jetzt scheint er auch in Deutschland draussen zu sein, natuerlich wie immer in grusliger Synchronisierung, aber immerhin.
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Eine fuer FAZ-Verhaeltnisse fast schon stuermische Kritik gibt es hier zu sehen.
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Eine fuer FAZ-Verhaeltnisse fast schon stuermische Kritik gibt es hier zu sehen.
24.5.09
Thirst heisser Kandidat in Cannes!
Thirst, bzw. Bakjwi scheint sich im Rennen um einen Preis in Cannes tatsächlich durchgesetzt zu haben, so berichten mehrere koreanische und französische Medien derzeit.
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Park Chan-wook hatte sich mit seiner Crew in der Nähe von Paris aufgehalten, heute erhielt sein Produzent aber einen Anruf von der Festivalleitung, dass Park doch bitte unbedingt heute an der Preisverleihung teilnehmen solle. Dies wird normalerweise laut Produzent nur bei Preisträgern gemacht. Da es um die ganze Gruppe des Films ging, geht man davon aus, dass es sogar die Goldene Palme sein könnte - dies wiederum wäre das erste Mal für einen koreanischen Film.
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Ob das jetzt einfach nur so ein Anruf war, um die Preisverleihung voll zu kriegen oder doch ein Hinweis - wir werden es sehen. Vielleicht wacht Korea morgen ja Mal zu einer netten Nachricht auf.
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Update 8:59: Eigenartig. Hätte es die Meldung gestern nicht gegeben, wäre ich jetzt total euphorisch, dass Park gewonnen hat - nun aber bin ich fast schon enttäuscht, dass es "nur" der Jurypreis geworden ist. Song Gang-ho hätte den Preis als bester Schauspieler wirklich endlich Mal verdient. Trotzdem klasse Leistung, den gleichen Preis zwei Mal innerhalb weniger Jahre zu gewinnen. Und was soll ich sagen: Als ich im Kino saß und Bakjwi guckte, wusste ich, dass der in Cannes ankommen wird, die Mainstream-Kritiken ignorierend.
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Glückwunsch auch an den koreanischen Regisseur des Kurzfilmpreises. Wenn man jetzt bei Kunst auch die Muskelspiel-Medaillenspiegel-Mentalität anwendet, liegen Österreich und Korea vorn - interessante Kombination auf jeden Fall. Und ich kenne mindestens einen, der sich mit Filmen gut auskennt, den dieses Ergebnis jetzt sehr freuen wird. Schönen Gruß!
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13.5.09
Park Chan-wooks Vampire
Park Chan-wook ist wahrscheinlich einer der genialsten Regisseure, die derzeit aktiv sind. Wer Old Boy gesehen hat, weiss was ich meine. Was ich besonders an seinen Filmen schätze, ist dieses scheinbare Zitieren, wobei eine vollkommen ausgelutschte Situation (man erinnere an die Kampfszene in Old Boy) einen solch feinen, meist einigermaßen komischen Twist bekommt, dass man sich denkt, "ah ja, so geht das auch". Ich liebe so etwas nicht nur bei Park, ich finde es insbesondere in der Literatur unersetzbar. Eine Liebesszene zu schreiben, dafür gibt es inzwischen dicke Handbücher, auf dem schmalen schmalen Seil des Klischees aber zu balancieren und nicht abzudriften - das ist wahre Kunst.
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Eben solch ein Meisterwerk hat Park meiner Meinung nach gerade wieder mit Bakjwi ("Fledermaus, intern. Titel "Thirst") hingelegt. Es gibt wohl kaum ein plattgetreneres Genre als die Vampirfilmerei. Unter den ersten Filmen überhaupt waren Vampirfilme und wenn wir uns an die jüngere Vergangenheit erinnern, gibt es da auch Vampirfilme, an die man sich lieber nicht erinnern möchten.
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Eine Kombination aus (Tragi-)Komödie und Horror, aus Kammerspiel und Comic - das ist schon wieder eine ziemliche Leistung, für die mir kein Beispiel einfällt.
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Und Park findet wieder diese eigenartig verstörende Mischung aus Komik und Brutalität. Ich selbst weiß, wie hart es ist, ein Familienmitglied zu pflegen, das kaum ansprechbar ist und Gott weiß, dass ich das noch lange nicht verarbeitet habe - wie aber die Großmutter im Film von Park in ihrem Sessel rumgetragen wird, da musste ich zwangsläufig lachen - und war über mich selbst anschließend schockiert. Was man Park vorwerfen kann? Er berührt die Menschen ganz tief drinnen, als ob man den Suppentopf ganz unten umrührt und die angebackene Kruste aufreißt. Park ist der "Schorfaufkratzer". Wir beschäftigen uns nicht mit Gewalt, erst Recht mit Schmerzen, denn allein die Beschäftigung tut weh - aber wer sich in einen Park-Film (ähnliches gilt für Kim Ki-duk) setzt, der wird zwangsläufig damit konfrontiert. Und über 2 Stunden nicht in Ruhe gelassen.
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Park spielt mit solchen eingebildeten oder wahren Tabus - auch die kalkulierte Entblößung von Song Gang-hos Gemächt (das allzu mächtig wahrlich nicht ist) ist so ein Punkt; bei jedem anderen Regisseur hätte ich mich angewidert aufgeregt, Park kann man es irgendwo verzeihen, weil es ins Gesamtbild passt - und dieses Gesamtbild ist schwer zu fassen, fast immer verstörend. Und bei manchen bleibt dann am Ende ein "Wow" und bei manchen das berühmte: "Wer gibt mir diese zwei Stunden meines Lebens zurück?".
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Lange Rede, kurzer Sinn: Wer sich drauf einlässt, kann mit Bakjwi einen Meilenstein der Filmgeschichte, bzw. eines Genres dieser Filmgeschichte bewundern, wem das Genre nicht liegt, Parks Stil nicht und wer überhaupt lieber Kuschelkino möchte, so wie die Mehrheit des koreanischen Kinopublikums, dem ist dieser Film wirklich nicht zu empfehlen. Kein Wunder also dass die durchschnittliche Bewertung auf einem koreanischen Kinoportal bei 5,7 von 10 Sternen liegt.
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Ist es ein Wunder, dass die seichte bis hohle Komödie Chilgeup Gongmuwon diese Woche auf Platz 1 der Kinocharts liegt, während Bakjwi auf Platz 3 abrutscht? Mal schauen, was die Juroren in Cannes sagen - dort gilt Parks neuestes Werk nämlich als heißer Kandidat auf einen der begehrten Preise.
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Und wer nach dieser Rezension jetzt noch hören möchte, was Park selbst über seinen Film sagt, nämlich genau das Gegenteil dessen, was ich gerade geschrieben habe, dem sei dieses Video von CNN empfohlen. Denn Park selbst fand seinen Film mal wieder gar nicht brutal und sieht die Schlachtplatte sogar als Geschenk an seine Tochter, quasi die Schlümpfe als Vampirfilm.
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2.12.08
Porno des Jahres: Miindo
Heute trete ich mit einer Warnung an alle meine Leser heran (und mit dem Projekt meine Leserzahlen durch das Unterbringen von sex related keywords bei Google unverschämt hoch zu treiben). Normalerweise lasse ich ja jeden selbst entscheiden, aber dieses Mal muss ich deutliche Worte finden, um Schaden von Geldbeutel und Gemüt meiner treuen Blogleser abzuwenden und einen Export des Films ins Ausland zu verhindern.
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Es geht um "Miindo" (Bildnis einer schönen Dame), das in der traditionellen Malerei sowohl ein Genre als auch ein bekanntes Bild des Malers Sin Yun-bok bezeichnet. Sin Yun-bok, mit Künstlernamen Hyewon, ist ein großes Rätsel der koreanischen Kunstgeschichte. Für die einen gilt er als Frau, weil er seine Bilder sehr oft sehr realistisch aus der Sicht einer Frau gemalt hat, für die anderen war er einfach schwul und versuchte so sein Verlangen nach Männern auszudrücken und für die letzten ganz einfach ein unglaublicher Casanova, der durch viel Erfahrung das Prickelnde der Joseon-Dynastie originalgetreu auf die Leinwand bzw. das Papier bannte. Wie auch immer, es ist wenig über sein Leben bekannt, außer, dass er zur Zeit des wohl allergrößten Malers der Joseon-Dynastie, Kim Hong-do, lebte. Sowas wie Goethe und Schiller sozusagen und es ist sehr wahrscheinlich, dass sich beide wirklich getroffen haben. Irgendwann hören die historischen Angaben zu Sin aber einfach auf und er verschwindet spurlos.
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Dies haben verschiedene Genres nun zum Anlass genommen, die Leere künstlerisch zu füllen. Der meistverkaufte Roman des Jahres, "Baram-ui Hwawon" (Maler des Windes), hat eine große Hysterie um traditionelle Malerei und insbesondere die alten Meister Kim Hong-do und Sin Yun-bok ausgelöst, sodass Leute am Gansong-Museum, in dem das Miindo von Sin ausgestellt ist, die Leute bis zu 10 Stunden anstehen, um eingelassen zu werden. Als erstes sprang SBS mit dem sehr erfolgreichen und wirklich sehenswerten Drama gleichen Namens auf die Welle auf und nun wurde ein Film mit dem gleichen Thema gedreht, der mit viel Aufwand vermarktet wird.
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Und wie schon vorsichtig angedeutet: Der Film ist Dreck. Absoluter Dreck.
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Grundsätzlich ist es Mal ein Soft-Porno, der mit Vergewaltigungsszenen und historisch eher nicht verbrieften Lesbenshows und Massensexparties in Spelunken der Pimatgol oft auch ins etwas härtere Genre abrutscht, was noch erträglich wäre, wenn es etwas mit der Geschichte zu tun hat. Aber halt, Geschichte hat der Film sowieso kaum.
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Zumindest ist die Story schnell erzählt: Sin ist auch hier eine Frau, die sich als Mann verkleidet, auf einen Typen steht, dessen Beziehung zu den Hofmalern nicht geklärt wird, während Kim Hong-do sich irgendwann entscheidet, Sin auch geil zu finden, während er vorher noch die Gisaeng gevögelt hat, die wiederum ihrerseits auch auf Sin steht, es aber grundsätzlich mit jedem treibt, der nicht bei drei aus ihrem Zimmer gehüpft ist. Dass die beiden wohl Maler sind und auch was mit dem Hof zu tun haben, kommt durch den ab und zu mal netten, dann wieder folternden König auf und durch ein paar eingestreute Szenen in der Hofmalschule.
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Vollkommen verscherzt hatte es sich der Film aber natürlich mit einer 5 Meter großen Aufnahme einer Taube mit Gurren und Flügelschlagen aus Kino-Sound-Anlage. Da verging mir dann endgültig alles.
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War noch was? Ja, tolle Kostüme und und noch viel schönere Landschaften, sowohl in der Stadt als auch draußen. Die Kunstwerke, die das Hauptmotiv im Roman sind und der Erzählstrang im Drama, werden hier schnell in einem Album durchgeblättert und gut ist. Das Titelbild, Miindo taucht am Ende kurz für ein paar Sekunden auf. Alles wirkt wie "so, Kunst abgehakt, gehts gehts wieder ans pimpern".
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Vergeudete zwei Stunden, wenn man nicht gerade koreanisches Pärchen ist, das unter der Jacke seinen Spaß hat oder kicherndes Mittelschulmädchen, das zum ersten Mal den Popo eines Typen sieht.
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Gott sei Dank kommt morgen wieder das viel behutsamer, viel kunstvoller und viel humorvoller erzählte Drama mit einer unglaublich vielseitig und sympathisch spielenden Mun Geun-yeong als Sin Yun-bok.
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Zu meiner Verteidigung möchte ich sagen, dass der Trailer, auf den ich mich bei der Vorfreude auf den Film stützte, zwar eine Menge an Rumgemache enthielt, das ganze aber doch noch irgendwie künstlerisch unterfüttert aussah und nicht nur wie eine Aneinanderreihung von Kamasutra-Übungsstunden.
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11.11.08
TV-Tipp
Seit einiger Zeit verfolge ich ein sehr ambitioniertes Filmprojekt, das vom Bayerischen Rundfunk und SBS zusammen gestartet wurde.
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Es handelt sich dabei um einen 3-teiligen Film über das Leben des koreanischen Schriftstellers Li Mirok, der 1920 nach Deutschland kam, in der Nazi-Zeit dann in München die Geschwister Scholl indirekt mitbekam und 1946 sehr erfolgreich sein Buch "Der Yalu fliesst" veröffentlichte. Der bis heute größte Erfolg eines koreanischen Autors in Deutschland.
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Wen also das Leben eines Koreaners im München der Weimarer Republik und Nazi-Zeit sowie seine Rückkehr nach Korea interessiert, der schaue bitte am
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Freitag, den 14. November um 20:50 bei SBS rein. Auch wenn man kein Koreanisch kann dürfte man eine Menge mitbekommen.
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Im nächsten Jahr läuft der Film dann auch im Bayerischen Rundfunk, aber ein genaues Ausstrahlungsdatum hab ich noch nicht finden können.
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10.9.08
Kreuzweg der Jugend | 정춘의 십자길
Heute war ich zum Ausklang nach der Akademie noch mit Leonie im Namsan-Park, wo die Abschlussvorstellung des Internationalen Filmfestival Chungmuro stattfand.
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Zum Schluss hatte man sich noch einmal etwas ganz Besonderes ausgedacht: Ein erst vor kurzem rekonstruierter koreanischer Stummfilm, Uraufführung im September 1934, der nun wieder, nur einige hundert Meter weiter vom Ort seiner Premiere in einer dieser berühmten lauen Seouler nicht-Sommer-nicht-Herbst-Nächte aufgeführt wurde. Drumherum die alten Anwesen der Yangban, im Hintergrund der Namsan.
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Interessanterweise kaum Nostalgiker, sondern hauptsächlich junge Leute.
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Die Aufführung selbst war einfach nur faszinierend. Eine kleine Band spielte die Filmmusik, ein Erzähler sprach alle Rollen und machte die Geräusche dazu. Über die Stellen, die man nicht mehr rekonstruieren konnte - oder auch wollte - wurden sehr moderne Kommentare gelegt, wie überhaupt zwar die Sprache und Dialoge sehr schön in die Zeit zurückführten, es aber immer wieder Schenkelklopfer fürs Publikum gab. Zwischendurch dann die Gesangseinlagen von zwei Musicaldarstellern.
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Der Film war wirklich überraschend gut, denn ich hätte nie gedacht, dass bereits im Jahr 1934 Hollywood-Techniken so gut rezipiert waren und die Qualität so weit entwickelt. Auch Seoul mit Fahrstühlen, Autos und allgemeinem Leben in den Hinterhöfen zu sehen, so wie es war - nicht wie eine moderne Dokumentation o.Ä. es einem zeigen möchte, das war ein einmaliges Erlebnis.
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Dafür muss ich jetzt noch mindestens 5 Stunden Lesen und Übersetzen. Ach ja, ich wollt mich ja nicht mehr beschweren.
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Zum Schluss hatte man sich noch einmal etwas ganz Besonderes ausgedacht: Ein erst vor kurzem rekonstruierter koreanischer Stummfilm, Uraufführung im September 1934, der nun wieder, nur einige hundert Meter weiter vom Ort seiner Premiere in einer dieser berühmten lauen Seouler nicht-Sommer-nicht-Herbst-Nächte aufgeführt wurde. Drumherum die alten Anwesen der Yangban, im Hintergrund der Namsan.
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Interessanterweise kaum Nostalgiker, sondern hauptsächlich junge Leute.
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Die Aufführung selbst war einfach nur faszinierend. Eine kleine Band spielte die Filmmusik, ein Erzähler sprach alle Rollen und machte die Geräusche dazu. Über die Stellen, die man nicht mehr rekonstruieren konnte - oder auch wollte - wurden sehr moderne Kommentare gelegt, wie überhaupt zwar die Sprache und Dialoge sehr schön in die Zeit zurückführten, es aber immer wieder Schenkelklopfer fürs Publikum gab. Zwischendurch dann die Gesangseinlagen von zwei Musicaldarstellern.
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Der Film war wirklich überraschend gut, denn ich hätte nie gedacht, dass bereits im Jahr 1934 Hollywood-Techniken so gut rezipiert waren und die Qualität so weit entwickelt. Auch Seoul mit Fahrstühlen, Autos und allgemeinem Leben in den Hinterhöfen zu sehen, so wie es war - nicht wie eine moderne Dokumentation o.Ä. es einem zeigen möchte, das war ein einmaliges Erlebnis.
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Dafür muss ich jetzt noch mindestens 5 Stunden Lesen und Übersetzen. Ach ja, ich wollt mich ja nicht mehr beschweren.
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