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19.6.09

Wunder gibts doch immer wieder

Ich war heute Mal beim Office der Graduate School und habe mir offiziell meine Bewerbungsunterlagen abgeholt, eigentlich wollte ich mich aber vor allem über ein paar andere Sachen informieren.
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Hatte ich zuvor sehr sehr viel Sorgen gehabt, dass ich wegen des fehlenden TOEFL-Scores ein Urlaubssemester nehmen muss und jetzt trotzdem 7.000.000 Won irgendwo her nehmen muss, um das Geld erst zu überweisen und dann wieder zu bekommen. Das hatte mir Hyeri so gesagt und im Bachelor läuft es auch. Nach einigen Schrecksekunden, dass ich wohl wegen fehlenden Geldes gar nicht an die KU könnte, ist jetzt alles so gekommen, wie es von Anfang an geplant war. Zumindest fast. Details erst nach Veröffentlichung der Fakten, so viel habe ich dann jetzt doch schon durchs Bloggen gelernt.
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Wie auch immer, ich fange wohl im September mit dem Master an und damit endlich an, das zu studieren, was ich immer wollte: Politik in Korea. Es ist der vorletzte Traum meiner Jugend, den ich mir verwirklicht habe. Es ist schon witzig, denn so habe ich mich immer gesehen und mein Leben bisher ist immer anders verlaufen als ich es geplant habe, ich bin in völlig andere Bahnen geraten - es war dabei nie schlimm - aber es waren eben doch andere Bahnen. Und jetzt ist es ein Gefühl als wäre ich wieder am Ausgangspunkt. Eine unglaubliche Dankbarkeit beschleicht mich, dass ich bis jetzt so ein Glück gehabt habe.
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Was aber sicher ist: Dies Mal wird alles viel viel anstrengender als als Austauschstudent und noch hundert Mal anstrenger als ich mir das koreanische Studentenleben als naiver Gymnasiast vorgestellt habe. Wie das koreanische Studentenleben ist, davon kann man sich ja auf Seoulmate bei Gitte überzeugen. Ein Zuckerschlecken ist das nicht und ich werde noch oft fluchen - aber dass dies der Weg ist, den ich gehen muss und werde, daran besteht für mich nicht der geringste Zweifel.
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Ist es ein wenig krank, dass ich mich auf Stress, Leiden und Nervenbelastung freue?
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Jetzt heißt es erst einmal den Studienanfang planen.
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1. Deutschland ist erst Mal gestrichen. Ich werde keine Zeit haben nach Deutschland zu kommen im Sommer. Das tut mir sehr leid für die Leute, die mich sehen wollte - und die ich auch sehen wollte; ich vermisse schon eine Menge Leute, aber ich werde ja dann im Dezember da sein.
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2. Jetzt heißt es erst einmal bis Mitte August volle Kanne Vollzeit durcharbeiten und mir ein finanzielles Polster zulegen.
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3. Für die eigene Beruhigung gehört zudem dazu, mir die Politikwissenschafts-Lehrbücher aus dem koreanischen Gymnasium (realistisch) und dem Grundstudium (utopisch) durchzulesen, um meinen Rückstand in koreanischer Fachsprache aufzuholen. Am Ende werde ich dann im September den TOPIK-Koreanischsprachtest für den Expertenlevel machen und fürs nächste Stipendium dann den TOEFL-Test fürs Englische.
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4. Dann heißt es schon wieder Umziehen. Muss etwas finden, wo ich nicht jeden Morgen ne gute Stunde vom südlichen ans nördliche Ende Seouls fahren muss. Bisher siehts bei mir nach Dangsan, Hapjeong, Hongdae aus - ich muss ja schließlich zwischen Yeouido, Euljiro und Anam pendeln wg. Arbeit.
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5. Dann heißt es den ganzen Papierkram zu erledigen. Visum beantragen, Sondergenehmigungen einholen etc. etc.
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6. Und wenn dann noch Zeit bleibt, heißt es vor dem Studium noch einmal 2 Wochen durchatmen und entspannen. Mein Leben ein wenig ordnen, etwas schreiben, etwas aufräumen. 10 Tage ohne Handy im Hanok - ich nehme es mir weiterhin fest vor und ich werde es wirklich machen.
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10.6.09

Angenommen!!

Angenommen an der Korea University!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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Spaeter mehr, ich muss jetzt los ^^
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Update: Kurz von der Firma. Hatten gestern die Abschlusszeremonie in der Akademie. Es war dann doch sehr bewegend und wir haben wieder einmal gemerkt, wie sehr man sich da ein Jahr lang um uns bemüht hat. Zu einigen der Mitarbeitern sind richtiggehende Freundschaften entstanden, die nun gepflegt werden möchten.
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Habe dann bei der Zeremonie - und wohlgemerkt vor meiner Abschlussrede, die ich als Studentensprecher gehalten habe - unerwarteterweise neben dem normalen Abschlussdokument, einem Buch und einem schweineteuren Literaturlexikon auch noch einen Sonderpreis bekommen.
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Da steht, dass ich mit meinem Verhalten ein Vorbild für die anderen Studenten geworden bin. Grins. Wenn die es meinen, wird es wohl stimmen.
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So, und nachdem wir uns gestern für unendliche Summen von Geld durch beste Alkohole und zartestes Hanu-Rindfleisch gefuttert haben, stehe ich heute morgen auf und da ist Post von der KU mit meiner Zulassung. Meine erste Reaktion: Gar keine. Womit wieder einmal bewiesen wäre, dass mich morgens nichts, aber auch wirklich gar nichts wach macht. Erst Recht nicht nach durchzechter Nacht und 3 Stunden Schlaf.
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Und seitdem bin ich am Glückwünsche einsammeln. Faszinierend. Wie die Koreaner einen bei den Wörtern "KU", "Politik" und "Zulassung" anschauen - da habe ich schon einen netten Vorgeschmack darauf, was mir für Türen in die koreanische Gesellschaft geöffnet werden. Schauderlich schön.
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So, ich werd mal weiter arbeiten.
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9.5.09

Motivationsprobleme

So, nach dem ganzen Light-Posting der letzten Zeit Mal wieder ein wenig Butter bei die Fische.
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Der ganze Bürokratie-Kram wegen Visum und wegen Bewerbungen für die KU hat mich eine Menge geschlaucht und an mir gezehrt. Ich war zu selten beim Fitness, um mich wirklich wohl zu fühlen und ich habe zu viel gearbeitet. Wobei das nicht Mal so stimmt - ich habe eigentlich so viel gearbeitet wie immer, mir aber aus Sorge über zukünftige finanzielle Aussichten angewöhnt zu sparen; schwerer Fehler, denn ich brauche wieder meine Belohnungen, um rauszufinden, wofür ich arbeite.
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Dieses Muster könnte man jetzt als die Gefangenschaft des spätkapitalistischen Arbeiters in seinem sinnlosen Streben, dessen Unmündigkeit ihm nur durch den Konsum nicht bewusst wird, interpretieren. Tu ich aber nicht - und so werde ich morgen meine letzte Zahlung des "Kulturgeldes" ausgeben, das ich vom Staat bekomme und mir dann noch endlich Ersatz für meinen Ipod zulegen.
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Von der Bewerbungsfront gibt es keine guten Nachrichten - werde aufgrund einer Internetpanne bei der TOEFL-Seite auch hier auf den guten Willen der Herren bei der KU angewiesen sein. Bis Juni-Juli werde ich hier auch keine Nachricht erhalten können. Und ob für Politik noch kurzfristig ein Stipendium aufzutreiben ist, ist dann die nächste Frage.
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Die Bürokraten von der Ausländerbehörde sind immer noch dabei mir meinen neuen Visa-Status auf meine Ausländerregistrierungskarte zu drucken und sind leider nicht in der Lage mich anzurufen.
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Ohne das wiederum bekomme ich kein neues Handy, weil ich dafür ja meine Karte brauche, um mich zu registrieren. Der Wackelkontakt im inzwischen schon über 15 Monate alten Handy ist zu schlimm, um es weiter zu benutzen.
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Dann ist noch unsere Kampagne für unseren Chef gescheitert. Oh Ji-cheol wurde nicht zum Chef der Welttourismusbehörde gewählt, er verlor sogar ziemlich deutlich mit 10 zu 21 Stimmen bei der Abstimmung. Das wird nen mächtigen Kater geben am Montag.
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Also alles eine ganze Menge Kleinigkeiten, die mich zwar nicht verzweifeln lassen, aber zumindestens ein Moment der Beunruhigung in meinen doch seit Jahren zu glatten Alltag in Korea.
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Klar ist somit nichts, ausser die Unklarheit - Der Menschen Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt, Korea für mich das Land der Möglichkeiten - doch in welcher Möglichkeit sich die in mir manifestierte Vielfalt am besten entfalten kann und vor allem wann, da hänge ich gerade Mal wieder ein bisschen durch. Einzig zwei Dinge sind klar: Ich möchte in Zukunft in Korea wohnen und bis zum Doktortitel eine akademische Laufbahn einschlagen. Was danach kommt und wie ich da erst einmal hinkomme - Schweigen im Walde.
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So, erster und letzter Post dieser Art für diesen Monat. Ich hasse es, das Internet als Domian-Ersatz zu missbrauchen.
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29.1.09

Richtungsweisungsentscheidungen

Gerade habe ich den Bachelor in der Tasche und vielleicht schreibe ich nun schon ab Ende 2009 an der Doktorarbeit? Hatte heute ein augenöffnendes, aber mich doch sehr von bisherigen Planungen abbringendes Gespräch und bin nun zerrissener als je zuvor.
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5 Jahre festes Gehalt, Mitarbeit an einem neuen Standard-Geschichtswerk, Doppelmaster und Doktortitel mit 27? Hier weiter/wieder in der Politik mitmischen, mich richtig um meine Neffen kümmern, meine Familie nicht im Stich lassen.
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Und trotzdem zweifle ich.
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Korea bietet andere Chancen, unsichere und unvorhersehbare. Will Korea nicht aufgeben, mag eigentlich nicht in Deutschland, nicht in Berlin bleiben, obwohl mir die Stadt in ihrem ruhigen Schlaf immer besser gefällt. Pulsierendes Seoul kann man auch in den Semesterferien erleben, versuche ich mir einzureden. Freunde in Korea wieder im Stich lassen. Nicht zuletzt auch die KTO auf Dauer aufgeben müssen, obwohl dort einige sehr lukrative Aufträge an Land zu ziehen sind.
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Oder ist bei vernünftiger Vorarbeit jetzt in Deutschland, nicht vielleicht noch ein viel besseres Gehalt in Korea und noch viel mehr Anerkennung rauszuholen? Plane ich einfach zu kurz?
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Schwierig schwierig. Jetzt erst einmal noch ein Semester Übersetzungsakademie. Im April bewerben, im Juni entscheidet sich dann meine Zukunft. Ich bin eigentlich noch viel zu jung, fühle mich einerseits zu alt und erfahren, um noch ewig weiter zu studieren, bin aber auch noch zu jung, um jetzt schon schwerwiegende Entscheidungen treffen zu wollen. Danke, Bachelor!
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5 Jahre - eine lange Zeit, aber auch in Korea wäre ich nicht schneller fertig.
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13.10.08

TOEFL

Nun hat es mich auch erwischt. Ich dachte mein Schulenglisch wird mich ewig durchs Leben bringen, aber weit gefehlt. Ich hatte erwartet, dass für die Aufnahme an der Graduate School of Comparative Politics an der KU (siehe Gomdori[at]KU) wenigstens Mal meine Koreanisch-Fähigkeit getestet wird, bzw. mein KLPT-Level nachgefragt wird.
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Weit gefehlt, stattdessen verlangt die Fakultät von allen (auch Ausländern aus nicht-englischsprachigen Ländern) einen mit TOEFL vergleichbaren Englischtest, sodass ich jetzt wohl gezwungen bin, bis März diese absichtlich von mir gelassene Lücke, zu füllen. Wenn ich überhaupt einen Platz in Korea bekomme. Denke es ist sinnvoller den Test in Deutschland zu machen.
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Ich hasse diesen Test und zwar nicht des Tests wegen, sondern des Stellenwerts wegen, den dieser komische Test in der koreanischen Gesellschaft hat und den kranken Verrenkungen, die Koreaner - verständlicherweise - unternehmen, um dort gut abzuschneiden. Meist endet das nämlich damit, dass die Leute sich wochenlang einsperren und die ganzen Testbücher stur auswendig lernen.
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Ich seh es schon kommen: Leute, die nicht Mal auf Englisch ne Cola bestellen können, werden in diesem Test bessere Ergebnisse erzielen als ich und dann darf ich ständig erklären, warum ich so ein Englisch-Versager bin. Aber ich werde ja in Zukunft sowieso jedem Arbeitgeber erst Mal erklären, warum ich für den Bachelor 7 Semester gebraucht habe.
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Also, falls jemand Tipps für die Vorbereitungen, eigene Erfahrungen oder auch ne Empfehlung hat, ob ich TOEFL, TEPS oder IELTS machen soll, immer raus damit!
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